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Ruhestand in Portugal: Das müssen Sie wissen

18. September 2019

Das ganzjährig angenehme Klima trotz überschaubarer geographischer Distanz macht Portugal für viele deutsche Rentner zu einem attraktiven Ziel. Neben ausgedehnten Reisen kommt für viele die Auswanderung in Betracht. Die bezogene Rente dient als üppige finanzielle Grundlage für das Leben vor Ort. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Tipps, mit denen Sie in Ihrem neuen Leben als Rentner in Portugal Fuß fassen können.

 

Als Rentner nach Portugal: Einwandern samt Aufenthaltsgenehmigung

Zunächst ist mit dem Wunsch des Einwanderns die Verantwortung verbunden, sich um einen geregelten Aufenthalt zu kümmern. Für Staatsbürger der EU bedeutet dies, dass ein über drei Monate langer Aufenthalt vor Ort gemeldet werden muss. Zuständig ist dafür die Gemeindeverwaltung (Câmara Municipal) des Wohnbezirks. Mit der Anmeldung ist es möglich, eine Meldebescheinigung zu erhalten. Diese dient als Aufenthaltsgenehmigung und berechtigt zum Aufenthalt über bis zu fünf Jahre.

Erst nach diesem Zeitraum von fünf Jahren ist es erneut möglich, sich um die Erlaubnis vor Ort zu bemühen. Die permanente Aufenthaltsgenehmigung wird von der Ausländerbehörde (Serviço de Estrangeiros e Fronteiras) ausgestellt. Sobald dieses Zertifikat ausgestellt wurde, ist es ohne jede Einschränkung möglich, weiter in Portugal sesshaft zu bleiben und dort wundervolle Lebensjahre zu verbringen.

 

Die wichtigsten Schritte zum Auswandern

Es liegt nicht nur am fortgeschrittenen Lebensalter: Das Auswandern in ein anderes Land ist ein anspruchsvolles Unterfangen, das gut geplant sein will. Da ein viel tieferes Eintauchen in die Umgebung möglich ist, als während einer Reise, müssen wichtige Bedingungen schon im Vorfeld geklärt werden. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Schritte:

  • Der Kassensturz zeigt, ob die Rente vor Ort für ein angenehmes Leben ausreicht. Eine Gegenüberstellung des Einkommens und der kalkulierten Ausgaben pro Monat offenbart, ob das Auswandern wirtschaftlich möglich ist.
  • Wer nicht bereits über eine enge Verbindung nach Portugal verfügt, sollte sich auf einen Kulturschock einstellen. Neue Menschen, eine neue Sprache und andere kulturell-historische Traditionen des Ziellandes werden Ihnen Flexibilität abverlangen.
  • Welcher Zeitrahmen ist für den Aufenthalt angesetzt? Handelt es sich um eine dauerhafte Angelegenheit oder werden nur die kalten Wintermonate an der Algarve überbrückt? Dieser Faktor ist nicht zuletzt für die steuerlichen Besonderheiten Portugals von Bedeutung.
  • Während junge Rentner den Gedanken oft verdrängen, wird der Aspekt der Pflege über die Jahre immer wichtiger. Hier gilt es zu klären, ob die persönliche Versicherung auch vor Ort zum Zahlen bereit ist. Gleichsam ist es wichtig, die spezifischen Pflegeangebote vor Ort unter die Lupe zu nehmen.

 

Vor der Auswanderung nach Portugal: Die Finanzen regeln

Immobilien zum Kauf oder zur Miete?

Der Wunsch nach einem geregelten Aufenthalt in Portugal bedeutet für Sie auch die Verantwortung, die passende Immobilie zu finden. Besonders in Städten wie Lissabon und Porto stiegen die Preise in den vergangenen Jahren spürbar an. Dennoch macht sich bemerkbar, dass das Preisniveau Portugals unter anderen Ländern der EU angesiedelt ist. Eigentumswohnungen und Häuser stehen derzeit für 150.000 bis 200.000 Euro am portugiesischen Markt zur Verfügung. Dadurch rückt selbst das kleine aber feine Haus mit Blick auf das Meer in greifbare Nähe und wird zu einer realistischen Option.

Per se ist es für Staatsbürger der EU ohne Probleme möglich, an den Immobilienmarkt in Portugal heranzutreten. In einigen Regionen finden sich zudem Immobilienmakler, welche sich bereits auf die Vermittlung an Ausländer spezialisierten und deren Kontakte vor Ort hilfreich sein können.

 

Die Lebenshaltungskosten in Portugal

Viele Rentner zieht es nach Portugal, da sie das günstige Preisniveau vor Ort zu schätzen wissen. Insgesamt liegen die Lebenshaltungskosten deutlich unter den Werten, die in Deutschland ermittelt werden können. So ist es pro Person schon für rund neun Euro möglich, vollwertig in einem Restaurant zu essen. Ein Liter Milch kostet im Supermarkt lediglich 0,65 Euro.

Dadurch ist es auch mit einer vermeintlich stark eingeschränkten Rente möglich, den Alltag souverän zu bestreiten. Eine kleine Wohnung im Stadtzentrum Lissabons ist derzeit ab 600 Euro zu mieten. So bleibt noch genügend Spielraum, um sich den einen oder anderen Wunsch selbst erfüllen zu können.

 

Ein Girokonto einrichten

Es ist ein Mythos, dass die deutsche Rente nur auf hiesige Konten überwiesen werden könnte. In der Tat bietet sich die Möglichkeit, ein Girokonto bei einer portugiesischen Bank zu eröffnen, sobald der eigene Aufenthaltsstatus geklärt ist. Damit die Rente dort pünktlich ankommt, ist bei der deutschen Rentenversicherung eine sogenannte Zahlungserklärung einzureichen. Mit diesem Formular sind bereits alle Hürden für den Erhalt des Geldes genommen.

Ein portugiesisches Konto hat den Vorteil, dass im Alltag alle wichtigen Transaktionen deutlich günstiger und reibungsloser vonstatten gehen können. Dies beginnt bereits mit den herkömmlichen Abhebungen am Geldautomat. Wer nur über ein deutsches Konto verfügt, kann nicht auf alle Automaten zugreifen oder muss mit hohen Gebühren bei jedem Einsatz der Karte rechnen.

 

Die Sprachbarriere überwinden

Doch wie ist es nun möglich, auch das soziale Leben als Rentner/in so schnell wie nur möglich nach Portugal zu verlagern? Wichtig ist in jedem Fall, die Sprachbarriere hinter sich zu lassen. Doch keineswegs ist das Auswandern nur dann für Sie eine Option, wenn Sie bereits über Sprachkenntnisse verfügen. Mit einem gesunden Eifer lassen sich diese vor Ort gewinnen, was nicht zuletzt auf die praktische Verwendung der Sprache zurückzuführen ist. Sprachschulen und private Lehrer vor Ort tragen dazu bei, sich schneller auf dieses fremde linguistische Feld zu begeben und dort die ersehnten Fortschritte zu machen.

Auch die Ausrichtung Ihres sozialen Umfelds hat einen großen Einfluss darauf, wie schnell die Sprachbarriere überwunden werden kann. An vielen malerischen Orten Portugals finden sich die rund 10.000 Deutschen, die im Land gemeldet sind. Dadurch ist es einerseits leicht, Gleichgesinnte zu finden, mit denen ein Austausch in der Muttersprache möglich ist. Gleichsam stellt sich die Frage, ob dies denn tatsächlich das Ziel aller Bemühungen sein sollte. Denn auf der anderen Seite bietet sich die Gelegenheit, vor Ort mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen und sich dadurch dem Land anzunähern, wie dies für keinen Touristen möglich ist. Die Überwindung der Sprachbarriere ist dabei ein wichtiger Schritt, um ganz in Portugal anzukommen.

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