Umschulung zum Alltagsbegleiter / zur Alltagsbegleiterin

Berufsbild des Alltagsbegleiters / der Alltagsbegleiterin

Da die Zahl pflegebedürftiger Menschen ständig wächst, besteht auch eine zunehmende Nachfrage nach Pflegepersonal. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2008 der Beruf des Alltagsbegleiters / der Alltagsbegleiterin geschaffen. Dies bedeutet, dass Menschen durch den Tag begleitet werden. Der Begleiter oder die Begleiterin ist ein Bindeglied, zwischen Pflege, Betreuung und Haushaltsbetreuung des oder der Betroffenen. Wer sich allerdings für dieses Berufsbild im Rahmen einer Umschulung interessiert, sollte sich damit jedoch zuvor intensiv auseinandersetzen. Es geht um die individuelle Begleitung von Menschen, die in der Regel eine körperliche, seelische oder geistige Behinderung haben.

Spätere Beschäftigungen ergeben sich nicht nur in Altenheimen, sondern auch an Regelschulen, Förderschulen oder sogar in einem Kindergarten. Infrage kommen auch Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

 

Zukunftsaussichten

Pflege und Begleitung hilfebedürftiger Menschen wird gesellschaftlich und arbeitsmarktpolitisch immer wichtiger. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland ist davon auszugehen, dass jährlich mehr als 100.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. Dies macht Menschen erforderlich, die Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen wahrzunehmen und zu diesen eine würdevolle Beziehung herzustellen.

Das Pflegestärkungsgesetz I, was am 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, stellt klar, dass künftig alle pflegebedürftigen Heimbewohner den Anspruch auf eine zusätzliche Betreuung haben. Weiterhin wurde die Relation der Betreuung erhöht. So darf eine Betreuungskraft in Vollzeit zukünftig für nur noch 20 Heimbewohner zuständig sein. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Bedarf an weiteren Betreuungskräften. Folglich gilt auch das Berufsbild des Alltagsbegleiters oder der Alltagsbegleiterin als besonders zukunftssicher.

 

Inhalt und Länge einer Umschulung

Die Dauer einer Umschulung zum Alltagsbegleiter oder zur Alltagsbegleiterin kann sehr stark schwanken. Da es keine einheitlichen Qualifizierungsstandards gibt, werden sehr unterschiedliche Umschulungen angeboten. Es ist daher nicht möglich, eine pauschale Angabe zum Zeitaufwand zu machen. Viele Kurse finden in Vollzeit statt, während andere Umschulungen berufsbegleitend sind. Interessierte müssen jedoch beachten, dass sie Gebühren für ihre Umschulung in der Regel selbst zahlen müssen. Dabei ist ausschlaggebend, von welchem Anbieter die Umschulung durchgeführt wird.

 

Zielgruppe

Eine Umschulung zum Alltagsbegleiter / zur Alltagsbegleiterin eignet sich besonders für Menschen, die einen Beruf im sozialen Bereich anstreben. Allerdings handelt es sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung, weshalb es für dieses Berufsbild keine gesetzlichen Regelungen gibt. Ebenso existieren keine einheitlichen Qualifizierungsstandards. Die Lehrgänge schließen nicht mit einem offiziellen Abschluss ab. Allerdings richtet sich dieses Berufsbild auch an diejenigen, die bisher noch nicht in einem Pflegeberuf tätig waren. Sie haben die Möglichkeit, sich ein zweites Standbein aufzubauen.

 

Fördermöglichkeiten

Absolventen einer Umschulung zum Alltagsbegleiter / zur Alltagsbegleiterin können unter Umständen einen Bildungsgutschein bei der Agentur für Arbeit beantragen. Weitere Fördermöglichkeiten ergeben sich durch das Jobcenter oder der Deutschen Rentenversicherung. Die Umschulung muss jedoch den Anforderungen entsprechen, welche für eine Förderung notwendig sind. Die Agentur für Arbeit bietet auf ihrem Portal “KURSNET” eine umfangreiche Plattform für Weiterbindungen, von denen viele durch einen Bildungsgutschein förderbar sind.

 

Anbieter von Umschulungen zum Alltagsbegleiter

Umschulungen zum Alltagsbegleiter / zur Alltagsbegleiterin werden in der Regel von den zahlreichen Altenpflegeschulen angeboten, die sich in größeren aber auch kleineren Städten befinden. Daneben werden Umschulungen von Kranken- und Pflegeheimen durchgeführt. Anbieter sind zum Beispiel die AWO, Caritas und andere Träger von Heimeinrichtungen.

 

Fernstudium in verwandten Bereichen

Wer sich für ein Fernstudium interessiert, für den kommt das Fach Altenpflege in Betracht. In der Regel handelt es sich um Fernlehrgänge, die offiziell nicht anerkannt sind. Zusätzlich werden mittlerweile immer mehr Fernstudiengänge aus den Bereichen Pflegemanagement oder Pflegepädagogik angeboten.

Diese sind speziell für Fachkräfte aus dem Bereich der Altenpflege konzipiert. Fernstudiengänge bieten in der Regel eine wissenschaftliche Grundlage aus dem Bereich der Pflege. Absolventen haben die Chance, einen Bachelor oder Master zu erreichen.

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