Ehrenamt und Freiwilligenarbeit

Keine eigenen Enkel? Werden Sie Leihopa!

Wie arm wäre eine Gesellschaft ohne engagierte Menschen, die ein Ehrenamt ausüben.

Stellen wir uns vor, alle Ehrenamtlichen würden auf einmal in einen Streik treten. Es würde kaum jemand da sein, der alten und kranken Menschen eine ausreichende Teilhabe am Leben ermöglicht, weil die Pflegedienste umfassende Betreuung gar nicht mehr leisten können. Was ist mit den Menschen, die im Krankenhaus liegen und niemanden haben, der sie besucht, der für sie einkauft, der einfach Zeit für sie hat.

Oder denken wir an die vielen Kinder und Jugendlichen, die sich in unserer Gesellschaft ausgegrenzt fühlen, weil sie nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Wer spielt mit ihnen, wer organisiert Fußballturniere, veranstaltet Feste, damit sie sich auch mal wieder freuen können? Und was ist mit denjenigen, die ganz am Rande stehen: die Obdachlosen oder die Flüchtlinge, die in erbärmlichen Quartieren oder gar in Abschiebegefängnissen Angst vor ihrer Zukunft haben? Die Liste der Beispiele ist noch längst nicht erschöpft. Eine Gesellschaft ohne ehrenamtliche Tätigkeit wäre wirklich undenkbar und sehr viel unmenschlicher.




Was ist ein Ehrenamt?

Eine ehrenamtliche Tätigkeit übt derjenige aus, der sich freiwillig und unentgeltlich für einige Stunden pro Woche über einen längeren Zeitraum oder auch für ein zeitlich befristetes Projekt in sozialen, kirchlichen, politischen, kulturellen, sportlichen oder sonstigen gesellschaftlich notwendigen Bereichen engagiert. Der Ehrenamtliche wählt diese Tätigkeit, um etwas Sinnvolles für die Gesellschaft aber auch für sich selbst zu tun.

Ehrenamtliche Tätigkeit schafft Befriedigung und ist ein Ausgleich zum oftmals eintönigen Berufsleben. Die Ehrenamtlichen werden zwar nicht bezahlt, erhalten jedoch meist eine steuerfreie Aufwandsentschädigung für ihre Unkosten. Außerdem sind sie i. d. R. versichert, so dass sie für Schäden an Personen und Sachen während ihrer Tätigkeit nicht selbst haften müssen.

Warum engagieren sich Menschen ab 50 in einem Ehrenamt?

Als überaus sinnvoll erweist sich die Ausübung eines Ehrenamtes für ältere Menschen. Menschen der Generation 50plus streben meist keine große Karriere mehr an. Viele sind arbeitslos und haben kaum noch Chancen auf einen neuen Job. Aber anstatt zu verzweifeln, suchen sie sich eine befriedigende Beschäftigung in einem Ehrenamt, das sie ausfüllt, ihnen Bestätigung und neuen Lebensmut gibt.

Vielleicht finden sie auf diesem Wege ja wieder den Neueinstieg in das Berufsleben. Auch für manche „Nur“- Hausfrauen ab 50 ist eine ehrenamtliche Tätigkeit sehr sinnvoll. Die Kinder sind flügge geworden, wohnen nicht mehr im Elternhaus. Der Mann ist beruflich ausgelastet. Sie fühlt sich alleingelassen und überflüssig.

Ein Ehrenamt in ihrer Kirchengemeinde, eine aktive Mitgliedschaft bei den Johannitern oder gar ein politisches Mandat in der Kommune würde ihrem Leben wieder einen Sinn geben und ihr Selbstbewusstsein stärken. Seniorinnen und Senioren, die sich im wohlverdienten Ruhestand befinden, aber noch längst nicht zum alten Eisen gehören, finden in einer ehrenamtlichen Tätigkeit ihre Erfüllung. Sie engagieren sich besonders in sozialen oder kulturellen Institutionen und Verbänden oder setzen sich als Unternehmensberater oder Unternehmensberaterin für junge Selbständige ein. Ihre Lebenserfahrung wird überall geschätzt.

 

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