Studium

Mit über 50 studieren: So gelingt es

15. Januar 2017
Sie lieben Bücher und sind neugierig auf Vieles? Dann sollten Sie vielleicht nochmal studieren.

Das Rentenalter bedeutet für viele Personen nicht automatisch, nichts mehr zu tun und die arbeitsfreie Zeit zu genießen. Viele Rentner zieht es nach ihrer aktiven Arbeitsphase an die Universität. Seniorenstudenten füllen immer häufiger die Hörsäle. Möchten Sie auch mit über 50 Studieren, müssen Sie lediglich ein paar wichtige Tipps und Hinweise berücksichtigen.

 

Genereller Zugang für alle Interessenten

Alle Senioren und Seniorinnen mit einem höheren Schulabschluss, beispielsweise einem Abitur, können sich für ein reguläres Studium einschreiben. Hierzu müssen sie lediglich eine deutsche oder europäische Hochschule aussuchen und sich an dieser einschreiben. Seniorenstudenten erhalten dieselben Möglichkeiten wie jüngere Studierende, um einen Abschluss als Bachelor, Master, Doktor oder Diplomand zu erwerben. Voraussetzung hierfür ist nur der notwendige Leistungsnachweis. Die Bologna-Reformen bringen vor allem für Pensionisten den großen Vorteil, dass sie ein reguläres Studium in ungefähr sechs Semestern mitsamt einem Abschluss meistern können. Die Studierenden müssen hierfür nur den straffen Zeitplan einhalten.

Dennoch können sich Pensionisten nicht automatisch für jedes Studium anmelden. Entscheiden sie sich für ein Studium mit Zugangsvoraussetzungen, gilt diese Voraussetzung auch für sie. Da sich jährlich wenige Rentner für ein reguläres Studium und noch weniger für ein reguläres Studium mit Zugangsvoraussetzung anmelden, hält sich der Andrang an der Universität deutlich zurück. Ein Großteil der Interessenten im Rentneralter entscheiden sich für ein Gasthörer- bzw. Seniorenstudium.

 

Genaue Vorbereitung für ein erfolgreiches Studium

Entscheiden sich Rentner für ein reguläres Studium, müssen sie mit dem hohen Leistungspensum rechnen, mit welchem auch jüngere Studierende konfrontiert werden. Seniorenstudierende besitzen keinen Boni bezüglich ihres Alters, sodass sie ebenfalls Referate, Klausuren und Hausarbeiten einreichen und abhalten müssen. Da die Universität ein hohes Tempo vorlegt, bedarf es somit einer geistigen wie körperlichen Fitness des Interessenten. Eine gute Vorbereitung, etwa eine gute Selbstorganisation, das Durchlesen der Vorlesungsverzeichnisse, der Besuch von Einführungsveranstaltungen oder das Kennenlernen der Funktionsweise der Bibliothek, hilft Seniorenstudierenden beim Studieneinstieg wesentlich.

 

Kosten eines Seniorenstudiums

Gleich wie ein reguläres Studium für jüngere Studierende besitzt ein Seniorenstudium Kosten in Form von Studien- und Immatrikulationsgebühren. Alle Studierende müssen diese bezahlen, um an den Vorlesungen und dem allgemeinen Universitäts- und Studentenalltag teilnehmen zu können. In der Regel können Senioren leichter die anfallenden Kosten begleichen, da sie über finanzielle Ressourcen wie etwa Ersparnisse verfügen. Je nach Studium und Studienort fallen für Rentner verschiedene Kosten an. Dies können unter anderem

  • Mietkosten für eine Wohnung am Studienort
  • Kosten für Lernmittel
  • Transportkosten wie etwa öffentliche Verkehrsmittel und Auto
  • Telefonkosten
  • Kopierkosten

sein. Die tatsächliche Höhe der Kosten ist personen- und studienabhängig. Generell gelten Studienfächer der Geisteswissenschaften als besonders teuer bezüglich Lernmittelkosten, da teilweise bis zu 35 Euro monatlich für Bücher und andere Lernmittel ausgegeben werden muss.

 

Studiengebühren für Pensionisten

Auch Pensionisten müssen gegebenenfalls Studiengebühren zahlen. Viele Bundesländer verlangen von allen Studierenden diese besonderen Gebühren, wobei die exakte Höhe je nach Bundesland variiert. Manche Bundesländer hingegen verlangen keine Studiengebühren oder nur von Langzeitstudierenden. Auch können lediglich Immatrikulationsgebühren in einer Höhe zwischen 40 und 75 Euro verrechnet werden. Die Studiengebühren für Seniorenstudenten unterscheiden sich in ihrem Umfang in keiner Weise von Gebühren für jüngere Studierende. Während manche Bundesländer 500 Euro Studiengebühren pro Semester verlangen, besitzen andere Bundesländer wiederum eine Minimal- und Höchstgrenze für alle Studierenden.

Anders als bei jüngeren Studierenden besitzen Rentner keinen Anspruch auf Zuschüsse durch das Amt für Ausbildungsförderung. Bei Bedarf kann ein Kredit bei einer Bank angefragt werden. Kredite zu Studienzwecke besitzen häufig eine gesonderte Rückzahlungsverpflichtung, sodass sie auch für Rentner leistbar sind.

 

Spezielle Angebote für Senioren nutzen

Inzwischen bieten zahlreiche Hochschulen in Deutschland spezielle Angebote für Senioren und ältere Studierende an. Neben Studienangebote im Bereich 50plus bzw. 60plus stehen alle Interessenten ein Seniorenstudium sowie ein Gasthörerstudium offen. Meist beschränken sich die Angebote für Personen in der Altersgruppe 50plus auf einzelne Lehrveranstaltungen, sodass sie kein vollständiges Studium abdecken.

Der Großteil der Seniorenstudenten ist mittels eines Gasthörerstudiums immatrikuliert. Sie nehmen regulär an den Studienveranstaltungen teil, wobei alle Interessenten gewisse Zugangsvoraussetzungen erfüllen müssen. Die Hochschulen mit einem Angebot bezüglich Gasthörerstudium schreiben gesondert die Voraussetzungen aus, da diese nicht einheitlich geregelt sind. Der Großteil der Hochschulen setzt eine Mittlere Reife bzw. ein Abitur voraus. Das Gasthörerstudium ermöglicht allen Interessenten die Teilnahme an Studienveranstaltungen, wobei das Studium jederzeit unter- bzw. abgebrochen werden kann.

Studiengänge aus dem Bereich Studium 50plus hingegen sind rar gesät. Häufig können Studierende hier keinen herkömmlichen Abschluss, sondern lediglich spezielle Zertifikate erwerben. Zum Beispiel bietet Ihnen die Universität Mainz ein eigenes Studienmodell für Studieren 50plus an. Das strukturierte Studienangebot beinhaltet bestimmte Seminare und Veranstaltungen speziell für ältere Studierende. Alle Studierende erhalten eine fachliche Studienbegleitung sowie ein Zertifikat bei Studienabschluss. In Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen hingegen existiert die erste universitäre Bildungseinrichtung für Senioren. Das Angebot beinhaltet die Studienprogramme „Management im Bürgerschaftlichen Engagement“, „Senioren Consultant“ sowie „Studium Generale“. Insgesamt dauert jedes Programm ein Jahr im Ausmaß von drei Trimestern. Alle Präsenzphasen werden in einer zweitätigen Blockveranstaltung. abgehalten. Weitere Informationen bezüglich Studienangebote und genereller Hinweise für Seniorenstudierende können Sie unserer Webseite und Studieren.de entnehmen.

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