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Ratgeber für Au-pair Omas in Neuseeland

2. Dezember 2019
als Leihoma in Neuseeland arbeiten

Den Begriff Au-Pair verbinden die meisten Menschen mit einem jungen Mädchen, das gerade die Schule beendet hat und ihre dort erlernten Fremdsprachenkenntnisse in der Praxis anwenden möchte und noch dazu vor dem Studium noch etwas von der Welt sehen! Doch seit einiger Zeit gibt es einen neuen Trend – als sogenannte Au-pair-Oma können Sie sich auch noch mit über 50 den Traum vom Auslandsjahr erfüllen und als Leihoma eine Familie bei der Kinderbetreuung unterstützen! Ein beliebtes Zielland bei aktiven Seniorinnen dafür ist das wunderschöne Neuseeland. Da dies eines der am weitesten entfernten Reiseziele von Europa aus gesehen ist, bietet sich es sich perfekt an dorthin als Au-Pair-Oma ins Ausland zu gehen.

 

Gibt es eine Altersbeschränkung für Aupair-Omas?

Ja, bei den meisten Vermittlungsfirmen für Granny Au Pairs gilt die Voraussetzung, dass Bewerberinnen 50 Jahre Plus sein sollen. Nach oben hin gibt es außer der persönlichen körperlichen und geistigen Fitness aber keine Einschränkungen. Haben Sie zwar schon die 70 überschritten, fühlen sich aber noch immer agil genug und wollen noch etwas erleben, dann bewerben Sie sich doch als Leih-Oma!

 

Welche Voraussetzungen muss ein Aupair 50+ in Neuseeland erfüllen?

Wer als Au-pair Granny im Alter nach Neuseeland gehen möchte, muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie benötigen zwei Referenzen über Erfahrungen als Kinderbetreuerin, zum Beispiel im Rahmen eines Ehrenamts, einer Babysitter-Tätigkeit oder durch Ihre berufliche Ausbildung. Meist reicht auch einfach aus, wenn Sie eigene Kinder großgezogen haben.
  • Sie müssen ein polizeiliches Führungszeugnis einholen. Wenden Sie sich dafür an Ihr Landratsamt, Bezirksamt oder kommunale Verwaltung.
  • Sie müssen einen stabilen Gesundheitszustand vorweisen können. Hierfür reicht ein einfaches Attest Ihres Hausarztes aus.
  • Kommunikation ist das A und O: Sie müssen sich sicher auf Englisch verständigen können. Ein Englischsprachkurs vor dem Reiseantritt gibt Ihnen Sicherheit.
  • Sie benötigen sowohl ein Visum für Neuseeland, aber auch zusätzlich noch eine Arbeitserlaubnis. Das Erfordernis der Arbeitserlaubnis ist auch als Aupair im Alter unumgänglich, selbst wenn es hierfür keine Bezahlung im Sinne eines Taschengeldes gibt, sondern nur Kost und Logis.
  • Keine Pflicht, allerdings in einem Land wie Neuseeland sicherlich von Vorteil ist, wenn Sie eine gültige Fahrerlaubnis besitzen. Vorsicht: Offiziell wird ein internationaler Führerschein verlangt. Sie können sich einen internationalen Führerschein bei Ihrer Stadtverwaltung ausstellen lassen. Er hat eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr.

 

Vorsicht: Für alle Au Pair  in Neuseeland gilt, dass die Bezahlung in Form von Kost und Logis erfolgt und kein regulärer Lohn bezahlt wird, da es sich hierbei sonst um eine Anstellung handeln würde, für die wieder andere Regelungen gelten.

 

Wie bekommt man als Leihoma ein Visum?

Als Aupair 50 Plus gelten für ein neuseeländisches Working Holiday Visum  folgende Voraussetzungen: 

  • Staatsbürger der Länder Deutschland oder Österreich
  • Hin- und Rückflugticket oder ausreichend finanzielle Mittel für den Ticketkauf (Kontoauszug)
  • verfügbare finanzielle Mittel in Höhe von etwa 5000 Euro (Kontoauszug)
  • umfassende Kranken- und Unfallversicherung für die gesamte Dauer des Aufenthalts in Neuseeland
  • erstmaliger Visumsantrag  im Rahmen des Working Holiday Programms

 

In der Regel bekommen Leihomas aus Deutschland bis zu 12 Monate Visum. Für Österreichische Staatsbürger sind aktuell aufgrund abweichender Visumsbedingungen leider nur 6 Monate Aufenthalt möglich.

 

Wer hilft Aupairs mit 50, 60 oder 70 Jahren beim Auswahlprozess?

Grundlegend erfolgen Vermittlungen mit den potentiellen Gastfamilien für die Leih-Oma über die ausgewählte Agentur, die dann alles in Gang setzt. Anmelden können Sie ganzjährig, jedoch ist es ratsam sich möglichst vor Beginn eines Schuljahres zu bewerben oder recht frühzeitig vor dem gewünschten Antritt. Als absolute Frist gilt spätestens vier Monate vor dem Start. So ermöglichen Sie nicht nur der Familie, sondern vor allem sich selbst genug Vorbereitungszeit, um gemeinsam und entspannt in das Abenteuer Granny Aupair in Neuseeland starten zu können.

 

Welche Voraussetzungen sollten Sie als Aupair-Oma an die Gastfamilie stellen?

Wichtig ist, dass alle Beteiligten von Anfang an ähnliche Vorstellungen über die Art und Weise der zu verrichtenden Arbeit teilen. Tatsächlich werden Sie aber erst vor Ort sehen, wie Dinge in der Familie gehandhabt werden. Hier gilt es sich möglichst anzupassen und die Abläufe in der Familie nicht durcheinander zu bringen und nötige Veränderungen mit Nachsicht und Feingefühl einzuleiten.

Gespräche vorab sollten Sie mit der neusseeländischen Gastfamilie unbedingt über die folgenden Themen führen:

  • Übernahme von Reisekosten sowie Versicherungsbeiträge
  • Anmeldungen bei den neuseeländischen Behörden
  • Unterstützung bei der Visum-Antragstellung
  • Regelung von Urlaubstagen und Freizeit
  • exakte Aufgabenverteilung und -anforderungen.

 

Ebenso sollte abgeklärt werden wie Ihre Unterbringung aussieht und vielleicht ein vorläufiger Tagesplan vorgelegt werden, damit Sie sich ein Bild machen können, ob dies auch tatsächlich Ihren Vorstellungen entspricht.

Der allerwichtigste Punkt bezüglich Absprachen ist aber sicherlich die Übernahme von Reisekosten und dem Taschengeld, das in Neuseeland täglich bis zu 60$ betragen darf. Denn schließlich müssen Sie bedenken, dass Sie sonst nichts verdienen werden vor Ort, weshalb Sie darauf besonders angewiesen sind, wenn Sie sich nicht selbst in Unkosten stürzen wollen bei dem Projekt “Aupair mit 50, 60 oder 70 Jahren Plus”.

 

Wie viel Gehalt bekommen Granny Aupairs im Alter in Neuseeland?

Da es sich um Freiwilligen-Arbeit handelt, gibt es hierfür kein offiziellen Gehalt. Üblich ist jedoch eine im Vorhinein vereinbarte Summe an Taschengeld, die entweder täglich, wöchentlich oder monatlich bezahlt wird. Vergewissern Sie sich, dass Sie dies mit der Familie vor Antritt abklären! Tun Sie das nicht, kann es entweder zu Streitigkeiten führen, oder noch schlimmer, es bringt Sie in einem fremden Land in eine verzwickte finanzielle Situation, sollten Sie nicht vorgesorgt haben und genug Ersparnisse mitbringen!

 

Krankenversicherung eines Aupairs über 70: Wer zahlt?

Hierzu gibt es in Neuseeland keine eindeutige Regelung, jedoch kommt es jedenfalls auf die Einigung zwischen Ihnen als Au-Pair Leihoma und der Familie an. Am besten ist es sich die Kosten der Krankenversicherung zu teilen, und dies möglichst frühzeitig anzumelden, damit Sie ab dem ersten Tag im Ausland bestens versichert sind. Machen Sie sich außerdem Gedanken über eine Haftpflichtversicherung, besonders wenn Sie mit einem Auto unterwegs sind, und im besten Fall, sollte dazu noch eine Unfallversicherung hinzutreten. Lieber doppelt abgesichert, als im Schadensfall ohne jegliche Versicherung dazustehen!

 

Übernimmt die Gastfamilie die Kosten für Hin- und Rückflug nach Neuseeland für das Granny Aupair?

Üblicherweise wird wie in den meisten Fällen die Familie den Flug für die Leih-Oma bezahlen, da sich die Kosten für Sie sonst exponentiell steigern werden, wenn Sie dafür auch noch aufkommen müssen, ohne etwas zu verdienen. Und ein Flug von Europa nach Neuseeland kann ordentlich in der Kasse klingeln! Am besten ist es, diesen zu buchen, sobald Sie sicher sind, dass Sie die Reise antreten möchten. Vergleichen Sie dazu sämtliche Online-Buchungsportale und fragen im Reisebüro nach. Ebenso kann Ihnen die Agentur hierbei behilflich sein, um den Planungsaufwand für Sie so gering wie möglich zu halten.

 

Was sind Ihre Aufgaben für Seniorinnen als Aupair?

Die Hauptaufgabe liegt natürlich bei der Betreuung der Kinder. In welchem genauen Umfang dies stattfinden wird, kommt ganz auf die Vereinbarung mit der jeweiligen Aupair-Familie an. Meistens kommt auch noch etwas Hausarbeit dazu, machen Sie jedoch von Anfang an deutlich, dass Sie nicht als Putzkraft arbeiten, außer dies macht Ihnen nichts aus und Sie verrichten dies gerne!

 

Wichtige Tipps für alle Aupair-Omas mit 60 Jahren in Neuseeland

Wie bereits erwähnt, gehen Sie sicher, dass zwischen Ihnen und der Familie keine Missverständnisse über Kostenübernahme, Verpflegung und Unterbringung, Ihre zu verrichtenden Aufgaben und den grundlegenden Ablauf Ihres Aufenthaltes in Neuseeland entstehen. Sie sind in einem fernen Land und auch wenn Sie über jede Menge Lebenserfahrung verfügen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

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