Als Rentner nach Österreich auswandern

Als Rentner nach Österreich auswandern

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Österreich ist immer noch eines der beliebtesten Auswanderungsziele für deutsche Rentner.

Nach Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes verlassen jährlich etwa 130.000 Bundesbürger Deutschland, von denen sich etwa jeder Zehnte im Rentenalter befindet.

Die meisten wandern in die USA, die Schweiz aber auch nach Österreich aus. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt über 220.000 Renten an im Ausland lebende Deutsche.

 

Gründe für eine Auswanderung nach Österreich

Österreich stellt für deutsche Rentner ein beliebtes Auswanderungsziel dar. Auswanderer bleiben in der Nähe zu Deutschland, das Alpenland bietet Sicherheit und es existiert eine gemeinsame Sprache. Besonders beliebt sind die Metropolen Wien, Salzburg und Innsbruck, wo Auswanderungswillige nicht nur eine hervorragende Infrastruktur, sondern auch eine gute Lebensqualität vorfinden. Weitere beliebte Ziele sind die österreichischen Seen, wie der Wörthersee, der Neusiedlersee und der Wolfgangsee.

Österreich ist als direktes Nachbarland von Deutschland problemlos mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug zu erreichen. Daneben gibt es fast keine Sprachbarrieren. Zwar ist der österreichische Dialekt von Region zu Region unterschiedlich, dennoch kann man sich dort sofort verständigen, was auch eine schnelle Integration des Auswanderers fördert.

 

Rente und Krankenversicherungsleistungen in Österreich

Jeder, der sich im Ruhestand befindet, muss sich auf seine Rentenzahlung verlassen können. Die gesetzlichen Rentenversicherungsträger der Bundesrepublik Deutschland zahlen gegenwärtig Renten an Empfänger in 150 Ländern aus. Rentenberechtigte erhalten innerhalb der Europäischen Union die vollen gesetzlichen Renten aus allen beitragspflichtigen und beitragsfreien Zeiträumen auch nach Österreich ausgezahlt. Damit Versicherungsleistungen gewährt werden, sollte rechtzeitig am geplanten Ruhesitz in Österreich eine internationale Bankverbindung eingerichtet werden. Auswanderer müssen dem Rentenversicherungsträger rechtzeitig die neue Anschrift sowie die Bankverbindung mitteilen.

Wer sich als Senior in Österreich niederlässt, um dort seinen Lebensabend zu verbringen, erhält seine Rente aus Deutschland überwiesen. Daneben bleibt die Mitgliedschaft in einer deutschen Krankenversicherung beziehungsweise eine freiwillige Mitgliedschaft für Rentner auch dann bestehen, wenn der Wohnsitz in einen Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes verlegt wird. Rentner, die sich in Österreich niedergelassen haben, werden dort nicht zusätzlich krankenversichert. Dies gilt jedoch nur dann, wenn sie eine Rente von der deutschen Rentenversicherung beziehen und an ihrem neuen Wohnort in Österreich keinen eigenen Leistungsanspruch aus einer Tätigkeit haben.

Dennoch empfiehlt sich, vor Verlagerung des Wohnsitzes nach Österreich die notwendigen Schritte mit dem Rentenversicherungsträger und der Krankenkasse vorab zu besprechen. Weiterhin ist zu beachten, ob Angehörige, die im Rahmen einer Familienversicherung mit versichert sind, ebenfalls ihren Wohnsitz nach Österreich verlagern oder ob Familienangehörige ihren Wohnsitz weiter in Deutschland beibehalten. Sofern die Mitgliedschaft bei einer deutschen Krankenkasse beibehalten wird, erhalten der Versicherte und seine Familienangehörigen bei einer Verlegung des Wohnortes nach Österreich alle Sachleistungen von einem gesetzlichen Krankenversicherungsträger. Dabei handelt es sich in der Regel um die Gebietskrankenkassen, bei denen österreichische Staatsbürger versichert sind. Die anfallenden Kosten werden mit der deutschen Krankenkasse verrechnet.

Wer in Österreich eine deutsche Rente bezieht, unterliegt der deutschen Krankenversicherung. Deren Leistungen beziehen sich jedoch auf die im neuen Wohnland geltenden Vorschriften und die in Österreich gewährten Leistungen können gegenüber denen in Deutschland erheblich eingeschränkt sein.

 

Pflegegeld in Österreich

Wer bei seiner Wohnsitznahme in Österreich Mitglied einer deutschen Krankenkasse bleibt, verbleibt ebenfalls in der Pflegeversicherung. In welcher Form bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit Leistungen erbracht werden, muss der Versicherungsnehmer mit den Leistungsträgern in Deutschland sowie in Österreich besprechen. In der Regel kann im Falle einer Wohnsitznahme in Österreich auch Pflegegeld bezogen werden. Wer jedoch bereits Bezieher von Pflegegeld ist und erst dann seinen Wohnsitz nach Österreich verlegen möchte, sollte auf jeden Fall seine Pflegekasse über die Auswanderungspläne informieren. Diese sollte rechtzeitig die notwendigen Schritte einleiten, damit der Betroffene auch an seinem neuen Wohnsitz in Österreich über das Pflegegeld verfügen kann. Detaillierte Informationen zur Thematik “Kranken- und Pflegeversicherung für deutsche Rentner mit einem Wohnsitz im Ausland” sind bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland – DVKA – erhältlich.

Jeder, der als Deutscher in Österreich erwerbstätig ist, wird dort automatisch versichert. Er muss sich keine Gedanken um eine Versorgung im Falle des Eintritts einer Pflegebedürftigkeit machen, da die Pflege eine aus Steuermitteln erbrachte Vorsorgeleistung ist. In Österreich müssen daher im Gegensatz zu Deutschland keine Zusatzbeiträge zur Pflegeversicherung gezahlt werden. Allerdings werden nur die Grundkosten übernommen. Wer in der Alpenrepublik Sachleistungen, wie zum Beispiel Essen auf Räder oder einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nimmt, muss diese Kosten vollständig selbst übernehmen. Notwendig wird daher der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung, die auch für solche Kosten aufkommt.

 

Keine Einschränkung bei der Riester-Förderung

Vor einem Umzug nach Österreich sollte durch ein Beratungsgespräch mit dem Rentenversicherungsträger geklärt werden, ob die Auswanderung Auswirkungen auf die Rentenzahlungen hat. Unter Umstände kann es bei Erwerbsminderungsrenten und bei Leistungen der Riester Rente zu Einschränkungen kommen. Der Europäische Gerichtshof hat mit seinem Urteil von 2009 jedoch entschieden, dass Pensionäre, die sich in einem Land innerhalb der EU niederlassen, diese staatliche Förderung behalten dürfen.

 

Doppelbesteuerung vermeiden

Altersgeldempfänger, die sich in Österreich niederlassen, müssen auch steuerliche Grundsätze beachten. Renten sind in Deutschland seit dem 1. Januar 2005 einkommensteuerpflichtig, und zwar unabhängig davon, ob ein Rentner in seinem Wohnsitzstaat Steuern zahlt oder nicht. Allerdings hat Deutschland auch mit Österreich ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, das im Einzelfall festlegt, welcher Staat Steuern erheben darf und wie der Staat des Wohnsitzes eine Doppelbesteuerung zu vermeiden hat.

Größter Nachteil ist, dass der für Deutschland geltende Steuerfreibetrag von gegenwärtig 8.472,00 Euro pro Person nicht im Ausland gilt. Das Gleiche gilt für das Ehegattensplitting. Dies bedeutet, jeder Senior, der sich in Österreich mit Hauptwohnsitz niederlässt, ist vom ersten Euro an einkommensteuerpflichtig. Allerdings können Rentner mit einem Sitz im Ausland, die jedoch mindestens 90 Prozent des Einkommens aus Deutschland beziehen, den Antrag stellen, in Deutschland weiter steuerpflichtig zu bleiben. Somit gelten Steuerfreibeträge und Ehegattensplitting weiter.

 

Kontaktstellen

Wurden Rentenversicherungsbeiträge an einen der Regionalträger gezahlt, für den ist die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd zuständiger Ansprechpartner. Bei Beitragszahlungen an die Deutsche Rentenversicherung Bund ist duese auch der Ansprechpartner. Bei Beitragszahlungen an die Knappschaft ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See die richtige Stelle.