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Wie können Rentner und Senioren vom 9-Euro-Ticket profitieren?

11. Juni 2022

Das 9-Euro-Ticket ist seit einigen Wochen in aller Munde. Zwischen Juni und August 2022 gibt es das besondere Ticket, das deutschlandweit im Nahverkehr sowie im Fernverkehr gilt. Wer diese Fahrkarte besitzt, kann also ohne Aufpreis im öffentlichen Nahverkehr in der eigenen Stadt, aber auch in allen anderen Städten mit Bus und Bahn unterwegs sein, und auch in den Zügen der Deutschen Bahn ist das 9-Euro-Ticket mit einigen Einschränkungen gültig. Nicht nur junge Menschen, sondern auch Senioren und Rentner profitieren von diesem Angebot und können kürzere oder auch längere Reisen durch die Bundesrepublik planen.

 

Zum Sparpreis quer durch Deutschland: Was ist das 9-Euro-Ticket?

Steigende Benzinpreise führen bei Autofahrern im Frühsommer 2022 zu Frust. Ein Tankrabatt soll Abhilfe schaffen – aber was ist mit denjenigen, die gar kein Auto besitzen und stattdessen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind? Um diese ebenfalls zu entlasten und das Fahren mit den “Öffis” attraktiver zu gestalten, hat die Bundesregierung das 9-Euro-Ticket ins Leben gerufen. Bei diesem besonderen Ticket handelt es sich um eine Fahrkarte, die Inhaber dazu berechtigt, den öffentlichen Nahverkehr in jeder deutschen Stadt für einen monatlichen Preis von nur neun Euro uneingeschränkt und unbegrenzt zu nutzen. Und das ist noch nicht alles: Auch in den Zügen der Deutschen Bahn gilt das Ticket, und das nicht nur im Nahverkehr, sondern auch auf längeren Strecken.

Vom 1. Juni bis zum 31. August 2022 ist das 9-Euro-Ticket verfügbar. Es muss dabei jeweils pro Monat gelöst werden: Der Gesamtpreis für drei Monate beträgt somit 27 Euro. Die beliebte Sonderfahrkarte können Sie bei der Deutschen Bahn am Schalter, an allen Fahrkartenautomaten, in lokalen Reise- und Verkehrszentren sowie im Internet oder über entsprechende Apps kaufen. Schätzungen zufolge werden in den drei Sommermonaten etwa 30 Millionen Menschen das Sonderticket nutzen, das bereits im Vorverkauf Ende Mai 2022 über 7 Millionen Mal verkauft wurde.

 

Wer kann das 9-Euro-Ticket kaufen, und welche Regeln gelten?

Grundsätzlich kann das 9-Euro-Ticket von jedem Menschen erworben werden. Es spielt dabei keine Rolle, wie alt Sie sind, wo Sie leben und wofür genau Sie die Sonderfahrkarte verwenden möchten: Mit dem Kauf des 9-Euro-Tickets sind Sie berechtigt, die öffentlichen Verkehrsmittel in Ihrer Umgebung sowie in der gesamten Bundesrepublik zu nutzen. Dazu gehören die folgenden Verkehrsmittel:

  • Linienbusse
  • Straßenbahnen
  • U-Bahnen
  • S-Bahnen
  • Regionalzüge
  • Regionalexpresszüge

 

Die Fahrkarte wird beim Kauf personalisiert, was bedeutet, dass nur Sie Ihr Ticket verwenden dürfen. Werden Sie während der Fahrt in Bus oder Bahn kontrolliert, müssen Sie zusammen mit dem 9-Euro-Ticket einen Lichtbildausweis vorzeigen, dessen Personendaten mit den Angaben auf der Fahrkarte übereinstimmen. Möchten Sie gemeinsam mit Kindern verreisen oder sich in der Stadt und Region bewegen, profitieren Sie von folgender Regelung: Kinder unter sechs Jahren können jederzeit kostenlos mitgenommen werden.

Aufgepasst!
Eine kostenlose Fahrradmitnahme ist dagegen nicht inbegriffen: Sie müssen immer noch ein zusätzliches Fahrradticket lösen. Darüber hinaus ist eine Mitnahme nicht garantiert. Sind die Züge oder Busse überfüllt, kann es vorkommen, dass Ihnen die Beförderung mit Fahrrad aus Platzgründen untersagt wird.

 

Welche Einschränkungen gibt es bei der Nutzung des 9-Euro-Tickets?

Fahren Sie mit dem 9-Euro-Ticket durch Ihr Bundesland oder gar durch ganz Deutschland, dürfen Sie jeweils die 2. Klasse in Zügen und Regionalbahnen der Deutschen Bahn nutzen. Für die 1. Klasse benötigen Sie eine reguläre Fahrkarte, die Sie vorab lösen müssen. Besonders bei Fahrten im Fernverkehr sollten Sie vor Reisenantritt unbedingt überprüfen, welche Züge auf Ihrer Route eingesetzt werden. Das 9-Euro-Ticket gilt nämlich NICHT in den folgenden Verkehrsmitteln:

  • ICE
  • IC
  • RE

 

Beinhaltet Ihre Reiseroute diese Fernverkehrszüge, können Sie das 9-Euro-Ticket nicht verwenden. Möchten Sie dennoch ohne zusätzliche Kosten mit der Sonderfahrkarte längere Strecken zurücklegen, ist es ratsam, sorgfältig zu planen und ausschließlich Verbindungen zu nutzen, die aus Verbindungen des jeweiligen Nahverkehrs bestehen. Dies erfordert eine genaue und exakte Organisation der Reiseroute. Die Fahrzeit fällt entsprechend länger aus, und Sie müssen mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrmals umsteigen. Dafür bezahlen Sie aber anstatt der teils hohen Fahrpreise tatsächlich nur neun Euro für Ihre gesamte Fahrt. Es lohnt sich also vor allem in finanzieller Hinsicht durchaus, längere Fahrzeiten und etwas mehr Aufwand zu akzeptieren. Im öffentlichen Nahverkehr kommt es erfahrungsgemäß zu geringeren Personenzahlen, sodass in Bus und Bahn in Ihrer Stadt und Region keine nennenswerten Überlastungen der Verkehrsmittel zu erwarten sind. Möchten Sie sich flexibel an Ihrem Wohnort bewegen oder Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in Ihrer Nähe besuchen, stellt das 9-Euto-Ticket eine gute Möglichkeit auch für Senioren mit geringen finanziellen Mitteln dar.

 

Was sollten Senioren beim Nutzen des 9-Euro-Tickets beachten?

Das 9-Euro-Ticket kann auch für Senioren Vorteile bieten. Wer beispielsweise nicht viel Geld zur Verfügung hat, hat mit der Sonderfahrkarte dennoch die Möglichkeit, zu reisen und sich andere Städte anzusehen oder Familie und Freunde zu besuchen, Wie bereits erwähnt, erfordert die Reiseplanung aber unter Umständen ein wenig mehr Planung und Organisation als üblich. Sie sollten also ausreichend Zeit in Ihre Reiseplanung investieren.

Da das 9-Euro-Ticket bei allen Altersgruppen sehr beliebt ist und der Nutzungszeitraum auch in die Sommerferien fällt, müssen Sie damit rechnen, dass besonders Züge sehr voll werden. Dies gilt vor allem in den Ferien des jeweiligen Bundeslandes, aber auch an Wochenenden oder Feiertagen hat sich bereits in den ersten Wochen nach Einführung des Tickets gezeigt, dass es nicht selten zu überfüllten Verkehrsmitteln kommt. Besonders für Senioren kann dies eine Belastung darstellen, zumal Sitzplatzreservierungen im Rahmen des 9-Euro-Tickets nicht möglich sind.

Es gibt also keine Garantie, dass Sie einen Sitzplatz erhalten: Unter Umständen müssen Sie also Ihre Fahrt im Stehen absolvieren. Bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen kann dies zu einem Problem werden. Es ist ratsam, sich möglichst früh am Bahnsteig einzufinden, um einen Sitzplatz zu bekommen. Eine Garantie gibt es aber dennoch nicht. Auch für Rollstuhlfahrer sind überfülle Verkehrsmittel ein Nachteil.

Zwar sollen körperlich beeinträchtigte Menschen bevorzugt behandelt werden und einen Platz im dafür vorgesehenen Wagonbereich erhalten; ist der Zug aber bereits übervoll, ist es vielleicht nicht möglich, überhaupt erst in das Verkehrsmittel einzusteigen.

 

Lohnt sich das 9-Euro-Ticket für Senioren?

Reiseexperten empfehlen, die eigene Reise nicht zu Stoßzeiten wie etwa zu Feiertagen oder zum Ferienbeginn zu planen, sondern stattdessen reguläre Werktage zu nutzen. Hier profitieren Senioren von ihrer zeitlichen Flexibilität, da sie nicht an Arbeitszeiten oder Urlaubstage gebunden sind.

Für Rentner, die sich körperlich fit genug für eine Reise und die damit eventuell verbundenen Unannehmlichkeiten und Verzögerungen fühlen, eignet sich das 9-Euro-Ticket durchaus, um sich am eigenen Wohnort oder in der Region umzusehen und für einen kurzen Tapetenwechsel zu sorgen.

Wer eine längere Reise plant, sollte aber unbedingt Geduld und eine physische sowie psychische Belastbarkeit mitbringen, denn das 9-Euro-Ticket ist überaus beliebt.

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