Sie möchten Vegetarier oder Veganer werden? So gelingt es Ihnen

Sie möchten Vegetarier oder Veganer werden? So gelingt es Ihnen

Lassen sie doch einfach mal ein paar Tage das Fleisch weg - Sie werden sehen, es ist leichter als gedacht! © JackF  - Fotolia
Lassen sie doch einfach mal ein paar Tage das Fleisch weg – Sie werden sehen, es ist leichter als gedacht!
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Die Ernährungsgewohnheiten entwickeln sich im Laufe des Lebens. Auch Ihre Art einzukaufen oder zu kochen hat sich irgendwann etabliert. Wollen Sie diese im fortgeschrittenen Alter verändern, ist ein starker Wille unbedingte Voraussetzung. Sich vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren, stellt Sie zunächst vor ganz neue Herausforderungen. Doch mit etwas Übung werden Sie auch diese bewältigen können.

Wichtig ist jedoch: Stellen Sie nicht von einem Tag zum nächsten radikal Ihre Ernährung um, sondern lassen Sie sich etwas Zeit damit und gehen Sie Schritt für Schritt vor. Die vegane Lebensweise erfordert in aller Konsequenz schließlich auch den Verzicht auf Leder und Schafswolle, also alle tierischen Produkte im Alltag.

 

Welche Gründe haben Sie für vegetarische oder vegane Ernährung?

Aus gesundheitlichen Gründen die Ernährung umzustellen kann eine Initialzündung sein, auf Fleisch und/oder auf tierische Produkte zu verzichten. Ihre Blutwerte werden sich bei gesunder Ernährung zum Positiven verändern und eventuell werden Sie auch Gewicht verlieren. Allerdings ist es dann nicht damit getan, den auf Fleischkonsum zu verzichten, sondern auch der Verzehr von zuckerhaltigen und kalorienreichen Lebensmitteln sollte eingeschränkt werden. Verzichten Sie beispielsweise weitgehend auf Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel, da diese häufig viel Zucker, Salz und Glutamat enthalten.

Möglicherweise steht für Sie jedoch auch der moralische Aspekt im Vordergrund und Sie möchten mit Ihrer Lebensweise Tieren weniger Leid zufügen. Beide Ansätze werden Ihnen in jedem Fall helfen, Gewohnheiten in der Ernährung zu verändern.

 

Medizinische Aspekte

Neben den bereits angesprochenen medizinischen Effekten ist es wichtig, dass Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen achten. In erster Linie ist es wichtig, viel zu trinken, ungesättigte Fette zu sich zu nehmen und mit Calcium versorgt zu sein. Mineralwasser, Fisch, Obst und Gemüse sind ideal dafür. Pescetarier sind im Übrigen Vegetarier, die zwar auf Fleisch, nicht aber auf Fisch verzichten. Sich langsam an die vegetarische Ernährung gewöhnen Ihr erster Schritt kann darin bestehen, zwar auf Wurst und Fleisch zu verzichten, jedoch gelegentlich Fisch, am besten frische Filets, zu essen.

Kaufen Sie also bewusst kein Fleisch, sondern überlegen Sie sich alternative Gerichte. Holen Sie sich dazu ruhig Anregungen in vegetarischen Kochbüchern oder in Onlineportalen. Ob Sie auch auf Sojaprodukte mit Fleischaroma verzichten, ist Ihnen überlassen. Vielleicht schmecken Ihnen auch Gyros aus Tofu, Soja-Bolognese oder Tofu-Bratwurst – probieren Sie es einfach aus.

 

Den Kühlschrank neu bestücken

Schauen Sie sich den Inhalt Ihres Kühlschrankes an und achten Sie darauf, in welchen Produkten Fleischbestandteile enthalten sind. Die Organisation foodwatch liefert einen Überblick darüber, in welchen Produkten tierische Bestandteile enthalten sind. Beim nächsten Einkauf können Sie bereits bei der Auswahl der Produkte darauf achten, welche Stoffe enthalten sind und welche Alternativen Sie finden.

 

Der erste Zeitrahmen

Natürlich sollen Sie nicht alle Produkte sofort wegwerfen. Sobald sie aufgebraucht sind, kaufen Sie sie jedoch nicht mehr nach. Versuchen Sie zunächst vier Wochen auf Fleisch zu verzichten und stellen Sie Ihre Ernährung so weit wie möglich um. Die meisten Menschen sind über Jahrzehnte an den Geschmack von Fleisch gewöhnt, verzichten Sie also zunächst möglichst auch auf Tofu mit Fleischaroma. Wenn Sie später wieder Appetit auf diese Speisen verspüren, können Sie jederzeit darauf zurückgreifen.

Nachdem Sie ein paar Wochen bewusst auf Fleischprodukte verzichtet haben, werden sie merken, dass es Ihnen zunehmend leichter fällt, Gerichte ohne Fleisch zuzubereiten. Haben Sie den ersten Zeitabschnitt geschafft, sind Sie für die nächste Zeit bereits motivierter.

 

Ess- und Kochgewohnheiten ablegen und auf Veganismus umstellen

Ein großer Teil der Produkte, die wir zum Kochen verwenden, hat einen tierischen Ursprung, so zum Beispiel Milch, Sahne, Käse, Joghurt, Honig, Eier oder Butter. Eine schnelle Umstellung auf vegane Ernährung gelingt meist erst dann, wenn Sie sich an das vegetarische Leben gewöhnt haben.

Viele Dinge lassen sich sogar vegan ersetzen. Nutzen Sie Sojajoghurt und Sojasahne, greifen Sie auf vegane Alternativen zur Milch zurück (Soja-, Hafer-, Reismilch etc.), ersetzen Sie Butter durch Pflanzenmargarine oder -fett bzw. pflanzliche Öle. Eier können bspw. durch eine Mischung aus Sojamehl und Wasser beim Kochen ersetzt werden, Parmesan durch Hefeflocken und Honig durch Agavendicksaft. Dies sind nur einige Anregungen, wie die gängigen Produkte kompensiert werden können, doch auch veganer Käse ist bereits vielerorts erhältlich.

Rezepte-Klassiker mit veganen oder vegaterischen Produkten

Liebgewonnene Rezepte sind nicht auf ewig aus Ihrem Speiseplan verbannt. Auch wenn das auswärtige Essen in Restaurants manchmal Probleme bereitet, können Sie sich zu Hause nach Ihren Vorlieben versorgen. Nichts spricht gegen eine vegetarische Lasagne mit Gemüse oder Tofu, ein Gulasch aus Tofu oder Chili con carne mit Tofu. Sogar Kohlrouladen lassen sich vegan oder vegetarisch zubereiten.

Hinzu kommt eine Vielzahl an speziell veganen Rezepten, die Sie auf einschlägigen Websites in großer Anzahl finden. Vor allem der hohe Anteil an Gemüse stellt bei dieser Form der Ernährung die Versorgung mit Nährstoffen sicher. Natursauerteig ist ebenfalls vegan, auch Brötchen können vegan sein. Fragen Sie beim nächsten Kauf einfach nach. Je mehr Sie sich mit Ihren Lebensmitteln auseinandersetzen, desto mehr werden Sie dafür sensibilisiert, wie diese zusammengesetzt sind.