Heilfasten für Senioren

Heilfasten für Senioren

Heilfasten kann bei vielen Zipperlein und Erkrankungen lindernd wirken. © contrastwerkstatt  - Fotolia
Heilfasten kann bei vielen Zipperlein und Erkrankungen lindernd wirken.
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Um das Thema Heilfasten ranken sich zahlreiche Mythen. Manche betreiben es, um schnell Gewicht zu verlieren, andere schwören auf den Effekt der Entschlackung, wieder andere möchten ihren Körper damit reinigen, von schlechten Einflüssen frei machen und die Selbstheilungskräfte aktivieren.

 Wir möchten Ihnen nun zeigen, wie Heilfasten auch Ihr Leben bereichern kann.

Gesundheitsrisiken bei älteren Menschen

Wenn sich ältere Personen dazu entschließen, einige Zeit zu fasten, so sollten Sie sich im Vorfeld genau damit beschäftigen. Risiken für die Gesundheit sollten unbedingt vermieden werden. Falls Sie ernsthaft an einer Fastenkur interessiert sind, sollten Sie zuvor von einem Arzt Ihren augenblicklichen Gesundheitszustand überprüfen lassen. Nährstoffmangel und schlechte Blutwerte können durch Fasten nicht bekämpft werden, sondern verstärken sich eher. Eine anderweitige Umstellung der Ernährung ist dann hilfreicher.

Sind Sie jedoch in einem guten Gesundheitszustand, können Sie sich damit auseinandersetzen, einige Zeit zu fasten. Die Versorgung mit Salzen, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen muss jedoch sichergestellt werden.

 

Für wen ist Fasten keinesfalls geeignet?

Durch die stark reduzierte Zufuhr von Nahrung muss der Körper seinen Bedarf aus Reserven decken. Zunächst ist Eiweiß für den Organismus notwendig. Wird kein Eiweiß von außen zugeführt, werden Muskeln abgebaut und daraus Proteine freigesetzt. Menschen mit muskulären Erkrankungen, dazu zählen insbesondere Patienten mit Herzleiden, sollten auf Fasten also verzichten, um Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Auch an Krebs Erkrankte, Menschen mit Stoffwechselstörungen oder Diabetiker sollten ihren Körper nicht der Belastung des Fastens aussetzen. Darüber hinaus ist Fasten auch nicht für stillende Frauen oder Schwangere geeignet. Zählen Sie jedoch nicht zu den genannten Gruppen und sind soweit gesund, steht Ihrem Heilfasten kaum noch etwas im Weg.

 

 

Heilfasten ist nicht etwa eine Entschlackungskur

Die wohl bekannteste Form ist das Heilfasten nach Otto Buchinger. Durch den Verzicht auf feste Nahrung soll der Körper von sogenannter Schlacke gereinigt werden. Schlacke bezeichnet jedoch ursprünglich die Rückstände bei Verbrennungsvorgängen im industriellen Bereich. Diese aus Schornsteinen zu entfernen, ist zwar richtig, das Prinzip jedoch nicht auf den menschlichen Körper übertragbar.

Der menschliche Darm ist stets aktiv und in Bewegung, sodass sich keine Schlacke ablagern kann. Dieser Grund fürs Heilfasten ist also nicht mehr haltbar. Dennoch kann mehrtägiges Fasten dazu beitragen, das eigene Wohlbefinden zu steigern.

 

Wozu dient Heilfasten und wie lange sollte es dauern?

Menschen, die eine Zeit des Heilfastens hinter sich haben, fühlen sich mitunter befreit, weniger träge und innerlich gestärkt. Fasten Sie sehr streng und nehmen nur Getränke wie Mineralwasser oder zuckerfreien Tee zu sich, wird sich schnell ein spürbarer Gewichtsverlust einstellen. Für längerfristiges Abnehmen ist Fasten jedoch nicht geeignet. Sie können die Zeit des Fastens jedoch nutzen, um sich verstärkt mit sich selbst zu beschäftigen. So werden beispielsweise in Kurkliniken oft Fastenprogramme angeboten, die auch Saunieren, physiotherapeutische Anwendungen, Ruhephasen und Gespräche beinhalten.

Fasten Sie allein zu Hause, können Sie diese Zeit ebenfalls durch Ihr persönliches Wellness-Programm ergänzen. Wie lange Ihre individuelle Fastenzeit anhält, hängt von Ihrer Motivation und der Art des Fastens ab. Zwischen wenigen Tagen und acht Wochen ist alles möglich. Radikales Fasten mit Wasser und Tee sollte sich jedoch im Interesse Ihrer Gesundheit auf wenige Tage beschränken.

Ihr Körper wird Ihnen signalisieren, wann feste Nahrung wieder benötigt wird – achten Sie darauf und setzen Sie sich keinesfalls unter Druck, indem Sie zu lange durchhalten wollen. Eine Fastenzeit im Jahr ist im Übrigen ausreichend. Für den Körper stellt Fasten trotz allem eine Belastung dar.

 

Die Form des Fastens beeinflusst auch die Dauer

Wer länger fasten möchte, sollte sich für eine andere Form entscheiden. Sie können beispielsweise lediglich auf feste Nahrung verzichten, wohl aber Suppen zu sich nehmen. Das Spektrum reicht von Tomaten- und Kartoffelsuppe bis zu Lauch-, Käse- oder Pilzsuppe, solange keine festen Bestandteile enthalten sind.

Eine weitere Möglichkeit ist das Früchte-Fasten: Obst, Gemüse, Nüsse und Kräuter sind erlaubt, sodass die Gefahr des Nährstoffmangels etwas reduziert wird. Eine weitere Form besteht darin, neben Wasser und Tee auch Fruchtsäfte zu sich zu nehmen oder neben Säften und Wasser täglich Molke zu verzehren.

 

Fasten unter ärztlicher Kontrolle ist empfehlenswert

Grundsätzlich sollten Sie immer darauf achten, wie Ihr Körper auf die Ernährungsumstellung reagiert. Zu viel Obst oder zu wenige Ballaststoffe führen nicht selten zu Verdauungsproblemen. Sollten diese mehrere Tage anhalten, ziehen Sie bitte Ihren Arzt zu Rate. Allergien oder andere Krankheiten können zwar durch Fasten positiv beeinflusst werden, jedoch können Sie nach dem Ende der Fastenzeit erneut ausbrechen.

Auch Erkrankungen des Bewegungsapparates können sich durch die Gefahr des Muskelabbaus verschlechtern. Greifen Sie zur eigenen Sicherheit auf eine angeleitete Fastenkur in speziellen Einrichtungen zurück. Sie stehen dort unter regelmäßiger ärztlicher Aufsicht und im Falle von Mangelerscheinungen werden Ihnen gezielt die fehlenden Stoffe zugeführt (insbesondere Eiweiße). Fasten Sie zu Hause, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen und auf eine Variante des Fastens zurückgreifen, die wenigstens den Verzehr von Früchten oder Suppen erlaubt.

Natürlich ist Ihnen die Zusammensetzung Ihrer Fastenzeit auch selbst überlassen und die Vorschläge sind keine Dogmen, doch bei jedem Fasten sollten Sie unbedingt darauf achten, genügend Mineralwasser zu trinken und die Signale Ihres Körpers wahrzunehmen.