Warum es sich lohnt, mit 60 noch einmal durchzustarten

50plus gründen
Mit 60 ist es nicht zu spät nochmal richtig durchzustarten, z.B. mit einer eigenen Firma!

Es gibt viele Gründe, im Alter etwas Neues anzufangen. Selbst wer 35 Jahre im gleichen Betrieb gearbeitet hat, sollte sich nicht scheuen, etwas anderes zu suchen, wenn er Veränderung wünscht. Älteren Arbeitnehmern werden Zuverlässigkeit, Disziplin, Durchhaltevermögen und Sorgfalt zugeschrieben. Mit diesen Qualitäten können Sie auch bei einem anderen Arbeitgeber auftrumpfen.

Doch das Glück, im fortgeschrittenen Alter eine tolle neue Arbeitsstelle zu finden, ist auch bei guter Qualifikation eher die Ausnahme. Deshalb entscheiden sich viele über 50 für die Selbstständigkeit.

 

Deutsche Gründer werden immer älter

Deutsche Gründer sind heute durchschnittlich 41 Jahre alt. Jede zehnte Firma hat mittlerweile einen Chef, der bei der Gründung älter als 50 Jahre war. Der KfW-Gründungsmonitor, eine repräsentative Bevölkerungsumfrage, prognostiziert, dass die 45- bis 55-Jährigen schon bald die gründungsaktivste Personengruppe sein werden. Viele Gründer im fortgeschrittenen Alter gehen ein großes Risiko ein, weil sie bei der Bank nur schwer Kredite bekommen. Trotzdem ist es sehr riskant, ich aus finanzieller Not im Alter selbstständig zu machen, denn viele Förderprogramme gelten nur für Jüngere.

 

Existenzgründung im Alter bietet ungeahnte Chancen

Wer sich im Alter selbstständig macht, möchte gerne Erfahrungen weitergeben und seine Träume verwirklichen. Vielen agilen Ruheständlern reicht es nicht, den Keller aufzuräumen, sich dem Garten zu widmen oder ein Hobby aus Kindheitstagen aufleben zu lassen. Sie suchen nach echten Herausforderungen. Sie träumen vom Weiterarbeiten, aber nun als ihr eigener Chef. Am meisten Aussicht auf Erfolg haben Gründungen, die der Gesellschaft etwas bringen. Noch wichtiger ist jedoch, dass Ihnen die neue Tätigkeit Spaß macht. Gerade jetzt brauchen Sie Geduld und müssen Phasen der Unsicherheit aushalten können.

Wer eine sichere Rente hat, kann sich nun einer kreativen Leidenschaft widmen. Er braucht nicht mehr 40 Stunden die Woche arbeiten, sondern verdient sich mit seiner Selbstständigkeit ein Zubrot. Die Rente entlässt Sie auch aus dem Druck, vom ersten Tag an schwarze Zahlen zu schreiben.

 

Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten richtig ein

Beurteilen Sie die Ist-Situation, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen realistisch. Weil das gar nicht so einfach ist, lohnt sich die Inanspruchnahme eines Gründungsberaters. Sie sollten sich als älterer Mensch nicht vormachen, mit einem 30-jährigen IT-Experten konkurrieren zu können. Seinen Wissensvorsprung können Sie aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr aufholen. Dafür legen Sie andere Dinge in die Waagschale.

 

Erfahrungen weitergeben, Träume verwirklichen

Der Berater legt mit Ihnen gemeinsam ihr Unternehmensziel fest. Wenn Sie klare Vorstellungen haben, können Sie dies natürlich auch alleine tun. Es macht einen Unterschied, ob Sie aus reiner Freude oder zur Finanzierung des Lebensunterhaltes arbeiten. Deshalb müssen Sie Ihre körperliche und psychische Belastbarkeit überprüfen. Häufig trauen sich Ältere viel mehr zu, als der Körper leisten kann. Bedenken Sie, dass Sie einige Wochen wegen Krankheit ausfallen könnten.

Was geschieht in dieser Zeit mit Ihrer Firma? Sind Sie den aktuellen technischen Anforderungen gewachsen? Ist Ihnen das Internet vertraut, können Sie Rechnungen schreiben und den Zahlungsverkehr verwalten? All diese Fragen müssen vorher geklärt werden. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass ältere Mitarbeiter dank ihrer Erfahrung gegenüber Jüngeren oft im Vorteil sind. Häufig haben sie beste Verbindungen und Kontakte aus ihrem bisherigen Berufsleben.

 

Gute Beratungsangebote sind rar

Eine geeignete Anlaufstelle ist die Initiative “Gründer 50plus“. Sie führt in acht deutschen Städten Seminare und Informationsveranstaltungen für Gründungswillige Ältere durch. Hier bekommen Sie zum Beispiel Unterstützung bei der Entwicklung einer ausbaufähigen Geschäftsidee. Auch die Industrie- und Handelskammern bieten Informationsveranstaltungen zu Gründungen an. Bei der Bundesagentur für Arbeit können Sie einen Gründungszuschuss beantragen. In der Regel muss hierfür ein von der IHK geprüfter Businessplan vorliegen. In der gesetzlichen Krankenkasse müssen Sie sich als selbstständiger Beitragszahler einstufen lassen.

Für die Rentenversicherung brauchen Sie ab 63 Jahren keine Beiträge mehr entrichten. Bleiben Sie mit Ihren Fragen hartnäckig, denn viele Behördenmitarbeiter können sich einfach nicht vorstellen, dass jemand über 60 noch eine Firma gründen möchte.

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