
Für Seniorinnen und Senioren wird Thailand als Lebensort zunehmend attraktiver. Ein mildes Klima und geringe Lebenshaltungskosten locken jedes Jahr neue Auswanderer an.
Doch auch beim Auswandern nach Thailand sollten Sie einige Dinge bereits weit im Vorfeld beachten, um schließlich keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel.
Was spricht für oder gegen Thailand?
Zunächst einmal ist auch die thailändische Regierung bestrebt, finanziell schlecht gestellte Dauertouristen und Auswanderer fernzuhalten. Das heißt, Sie sollten ein monatliches Einkommen von etwa 1.600 Euro vorweisen können, um weitere Probleme zu vermeiden. Doch diese Angaben sind lediglich ein ungefährer Nennwert, wie sich noch zeigen wird. Zunächst sollten Sie sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Weg zu alten Freunden oder Ihren Familienmitgliedern etwa elf Flugstunden in Anspruch nehmen wird.
Positiv anzumerken sind in jedem Fall das milde Klima und die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten. Sie haben die Möglichkeit, in Thailand ein weitaus luxuriöseres Leben zu führen als vielerorts in Deutschland. Dabei finden Sie inzwischen sogar in vielen Regionen Thailands zahlreiche deutschsprachige Angebote. Dieser Umstand spricht zwar für Touristenzentren wie Phuket als Lebensort, doch gerade während der Ferienzeit müssen Sie dort mit einer sehr hohen Anzahl von Touristen rechnen. Touristen und Auswanderer entscheiden sich jedoch beide meist auch aufgrund des Wetters für Thailand, schließlich kann warmes, tropisches Klima dazu beitragen, das ein oder andere Altersleiden etwas zu mindern. Das gilt vor allem für rheumatische Beschwerden.
Ein Visum erhalten
Menschen im Alter von über 50 Jahren können für Thailand ein sogenanntes Non Immigrant Visum beantragen. Für Sie wird das Visum der Kategorie O oder B infrage kommen. Das O-Visum gilt als klassisches Rentnervisum. Sie erhalten es, wenn Sie eine ausreichende monatliche Rente beziehen oder mit einem thailändischen Staatsbürger verheiratet sind. Sie dürfen mit diesem Visum jedoch in Thailand nicht arbeiten. Dafür benötigen Sie ein B-Visum, welche Sie jedoch in der Regel nur mit dem Nachweis eines Arbeitsplatzes erhalten.
Das Visum können Sie bei der thailändischen Botschaft in Deutschland beantragen oder sich an einen Honorarkonsulat wenden. Das Visum wird voraussichtlich ein Jahr gültig sein, muss jedoch alle 90 Tage durch eine Aus- und erneute Einreise verlängert werden. Sie können auf diese Weise die Aufenthaltsdauer auf etwa 450 Tage ausdehnen, müssen dann jedoch ein neues Visum beantragen. Können Sie dann das notwendige Vermögen oder Einkommen nachweisen, entfallen die Ausreisen. Das Visum gilt dann durchgängig für ein Jahr. Eine Verlängerung für jedes weitere Jahr erhalten Sie mit der Vorlage von Einkommens- und Vermögensnachweisen.
Notwendiges Einkommen und Vermögen für Auswanderer
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, um die gestellten Anforderungen zu erfüllen. Zum Einen können Sie ein Vermögen von 800.000 THB (Thailändische Bhat) nachweisen. Dies darf jedoch nicht in Immobilien oder Ähnliches investiert sein, sondern muss über ein Konto verfügbar sein. 800.000 THB entsprechen im Übrigen je nach aktuellem Wechselkurs etwa 20.000 Euro. Zum Anderen genügt auch ein monatliches Einkommen von derzeit 65.000 THB, was etwa 1.600 Euro entspricht.
Ein Vermögensnachweis muss in solch einem Fall nicht erbracht werden, das Einkommen sollte jedoch verlässlich sein. Bei Rentenzahlungen stellt dies in der Regel kein Problem dar. Beachten sollten Sie unbedingt, dass nicht jede Rente auch im Ausland verfügbar ist. Andere Renten als die gesetzliche Altersrente und die Beamtenpension werden Sie im Ausland nicht oder im Zweifel nur mit hohen Abschlägen erhalten, zudem entfällt auch die Riester-Zulage. Die erhaltenen Förderungen für die Riester-Rente müssen Sie stattdessen sogar zurückzahlen. Haben Sie privat Altersvorsorge getroffen, sollten Sie individuelle Modalitäten mit dem jeweiligen Träger rechtzeitig abklären.
Reichen jedoch weder Einkommen noch Vermögen allein aus, so können Sie die dritte Option in Anspruch nehmen und eine Kombination beider Teile vornehmen. Die Summe aus Einkommen und Kontoguthaben muss dennoch jährlich mindestens 800.000 THB betragen.
Tipps und erste Schritte
Zunächst sollten Sie die Dauer der Gültigkeit Ihres Reisepasses überprüfen. Diese sollte mindestens ein Jahr betragen, sodass Sie auch nach Ablauf des ersten Visums noch problemlos reisen können. Beantragen Sie im Zweifel rechtzeitig einen neuen Reisepass. Darüber hinaus sollten Sie sich rechtzeitig um eine Krankenversicherung bemühen. Ein Auslandschutz für Reisende gilt in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum. Deutsche Krankenkassen bieten jedoch mitunter Tarife für im Ausland lebende Mitglieder an.
Zuletzt besteht auch die Option, in Thailand eine Krankenversicherung abzuschließen. Diesen Schritt sollten Sie jedoch erst gehen, wenn Sie sicher sind, dauerhaft in Thailand leben zu können und zu wollen. Bei der Suche nach Wohnraum sollten Sie beachten, dass Ausländer in Thailand zwar ein Haus, nicht aber ein Grundstück erwerben dürfen. Die Investition von Kapitel ist damit heikel. Auch sollten Sie sich die Frage stellen, ob der Erwerb einer Immobilie im Alter sinnvoll ist. Ein Mietvertrag ermöglicht Ihnen mehr Flexibilität. Achten Sie beim Abschluss eines Mietvertrages jedoch unbedingt darauf, dass Ihnen dieser auch in englischer und deutscher Sprache vorgelegt wird.
Um in Thailand sofort mobil zu sein, sollten Sie zum Abschluss daran denken, vor der Abreise eine Internationale Fahrerlaubnis zu beantragen. Bemühen Sie sich nun noch darum, die Grundlagen der thailändischen Sprache zu erlernen, dann steht dem Auswandern kaum noch etwas im Weg.