Fünf essentielle Tipps gegen Altersarmut

Fünf essentielle Tipps gegen Altersarmut

Wir sagen Ihnen, wie Sie der drohenden Altersarmut vorbeugen können.

Altersarmut ist bereits heute ein Problem und sie wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Es hilft nichts, die Augen vor dieser Tatsache zu verschließen. Bereits heute können etwa 3 % der Rentenempfänger in Deutschland kaum von ihren Bezügen leben, dies sind immerhin 500.000 Menschen. Sie beziehen im Alter lediglich die Grundsicherung, müssen also mit dem auskommen, was landläufig als „Hartz IV“ bezeichnet wird. 

Damit Sie dieses Schicksal im Alter nicht ereilt, gilt es reichtzeitig Vorsorge zu treffen. Dieser Ratschlag gilt vor allem für Selbständige, die in ihrem Leben kaum oder gar nicht in die Rentenkasse eingezahlt haben. Aber auch Arbeitnehmer und Beamte sollten über eine private Altersvorsorge nachdenken.

 

1. Riester-Rente

Seit 2002 gibt es die sogenannte Riester-Rente. Sie geht auf den damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester zurück und war eine Reaktion auf die zunehmende Schwierigkeit, angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung noch steigende Renten zu garantieren. Die Riester-Rente stellt eine Kombination aus privater und staatlicher Altersvorsorge dar. Sie schließen den Riester-Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft ab und zahlen in einer vereinbarten Höhe ein. Diese Ersparnisse werden dann vom Versicherer gewinnbringend angelegt und verzinst. Zusätzlich zahlt der Staat eine Zulage auf das Riester-Konto. Für Kinder (egal ob leiblich oder adoptiert) gibt es zusätzliche Zulagen.

Eine Riester-Rente kann nahezu jeder abschließen. Nicht nur Arbeitnehmer, auch (rentenversicherungspflichtige) Selbständige, Künstler, Empfänger von ALG I und II, Beamte, Zeit- und Berufssoldaten, Wehr- und Zivildienstleistende, geringfügig Beschäftigte (sofern sie nicht der gesetzlichen Rentenversicherung widersprochen haben), Erwerbsgeminderte und Vorruheständler können von dieser Form der Altersvorsorge Gebrauch machen. Nicht in Frage kommt die Riester-Rente dagegen für Studenten ohne Rentenversicherungspflicht, nicht rentenversicherungspflichtige Selbständige, Vertreter der Kammerberufe (u.a. Ärzte, Apotheker, Anwälte) und Menschen, die bereits eine Altersrente beziehen.

Kommen wir zu den Nachteilen. Bei einer vorzeitigen Kündigung des Riester-Vertrages verfallen die staatlichen Zuschüsse, es sei denn, das Guthaben wird auf einen anderen Riester-Vertrag übertragen oder für eine selbst genutzte Wohnung verwendet. Bei einem vorzeitigen Ableben des Versicherten fällt das Ersparte an den Staat. Lediglich der Ehepartner kann das Vertragsguthaben übernehmen und auch nur, wenn er selbst einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat. Daher sollten Ehepaare immer einen doppelten Vertrag abschließen. Kinder und andere Verwandte haben dagegen keinen Anspruch. Das ist der Nachteil gegenüber einer Lebensversicherung. Alles Wichtige zur Riester-Rente finden Sie auf dieser Seite.

 

2. Betriebsrente

Betriebsrenten sind ebenfalls eine beliebte Form der Altersvorsorge. Hier zahlen sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber auf ein Rentenkonto ein. Allerdings ist diese Option kritisch zu beurteilen. Eine Betriebsrente kann gegenüber anderen Vorsorgeformen Vor- und Nachteile haben.

Viel hängt hier von den Zuschüssen durch den Arbeitgeber ab. Sind diese sehr hoch, kann eine Betriebsrente durchaus attraktiver als eine Riester-Rente sein, zumal in der Regel (nahezu) keine Gebühren für den Abschluss der Versicherung dazu kommen. Zahlt der Arbeitgeber nur einen geringen Eigenanteil, so lohnt die Betriebsrente jedoch in der Regel nicht.

Ein Nachteil der Betriebsrente ist auch, dass die Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse wegfallen und die staatliche Rente dementsprechend niedriger ausfällt. Hier muss genau geprüft werden, ob der Gewinn durch die Betriebsrente für diesen Ausfall entsprechend entschädigt. Ein weiterer Nachteil ist, dass später bei der Auszahlung die vollen 18 % für Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Bei der gesetzlichen Rente ist es dagegen nur die Hälfte, da der andere Teil vom Rentenversicherungsträger gezahlt wird. Außerdem können Betriebsrenten bei einem Arbeitgeberwechsel problematisch werden.

 

3. Kapitalbildende Lebensversicherung

Bis vor wenigen Jahren noch handelte es sich hierbei um eine sehr beliebte Altersvorsorge. Aufgrund der im Zuge der Finanz- und Eurokrise dramatisch gefallenen Zinsen ist die kapitalbildende Lebensversicherung aber heute kaum noch attraktiv. Dies gilt zumindest bei einem Neuabschluss. Wenn Sie bereits eine Lebensversicherung besitzen und viele Jahre eingezahlt haben sollten, dann brauchen Sie diese aber deswegen nicht zu kündigen. Ob dies lohnt, kann nur eine individuelle Berechnung verraten.

Hier kommt ein weiterer Nachteil der Lebensversicherung ins Spiel: Wer sie vorzeitig aufkündigt, der kann dies üblicherweise nur unter hohen Verlusten tun. Der Ratschlag kann daher in diesem Fall nur lauten, zumindest während des Fortbestehens der aktuellen Niedrigzinsen keine neuen Lebensversicherungen mehr abzuschließen, aber bestehende Verträge weiterlaufen zu lassen, wo es sinnvoll ist. Wenn Sie lediglich Ihre Angehörigen im eigenen Todesfall absichern möchten, können Sie dies mit einer preiswerten Risikolebensversicherung tun. Sie bildet keinen Kapitalstock für die Rente sondern entschädigt wirklich nur nach dem Ableben des Versicherten und kann daher auch jederzeit ohne Verluste wieder gekündigt werden.

 

4. Edelmetalle

Edelmetall gilt seit Ewigkeiten als Geheimtipp für private Anleger. Es wirft zwar kaum Rendite ab, ist aber eine krisenfeste Wertanlage. Je nach Budget können Gold oder Silber als Edelmetall-Vorsorge für die Rente gewählt werden, auch eine Kombination aus beidem macht Sinn. Als Anlageform haben sich Bullion-Münzen von üblicherweise einer Feinunze Gewicht durchgesetzt. Der große Vorteil von Edelmetall ist, dass es niemals wertlos wird.

Vor allem als Absicherung gegen Wirtschaftskrisen gehört es daher ins Portfolio. Außerdem kann es bei Bedarf jederzeit wieder zu Geld gemacht werden, was bei einem Sparplan normalerweise nicht der Fall ist. Dadurch, dass die Münzen aber erst wieder veräußert werden müssen, ist die Verlockung im Gegensatz zu Bargeld gering, ohne große Not wieder darauf zuzugreifen.

Der Nachteil von Edelmetall ist, dass die Kurse nicht sehr stabil sind. Sowohl Gold- als auch Silberpreis haben in den vergangen Jahren Höhenflüge und Kursrückgänge gleichermaßen erlebt. Aber diese Gefahr besteht bei Aktien auch. Wenn Sie eine Edelmetall-Rücklage bilden wollen, dann setzen Sie sich am besten ein monatliches Ziel. Mehr als 5-10 % Ihrer Altersvorsorge sollten Sie allerdings aufgrund der genannten Nachteile nicht in Edelmetall investieren.

 

5. Wohneigentum

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie im Alter von Wohneigentum profitieren können. Dass Wohneigentum von Mietzahlungen befreit, liegt auf der Hand. Durch eine Eigentumswohnung können Sie im Alter je nach Lage und Grundfläche 300-1000 Euro im Monat sparen, im Extremfall sogar mehr. Dieses Geld steht Ihnen dann für Freizeit und Lebensunterhalt zur Verfügung. Eine beachtliche Summe, zumal die Mieten in vielen deutschen Städten seit Jahren steigen.

Sie können Ihr Wohneigentum aber auch vermieten. Wer zwei Eigentumswohnung oder ein Haus plus Wohnung besitzt, der sichert sich dadurch monatliche Mehreinnahmen und wohnt trotzdem kostenfrei. Doch auch wenn Sie nur eine einzige Eigentumswohnung besitzen sollten, können Sie diese zur Miete anbieten und selber in bescheideneren Räumen zur Miete einziehen. Oder Sie vermieten nur ein einzelnes Zimmer, zum Beispiel an einen Lehrling oder Studenten.

Schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit der Leibrente. Sie verkaufen Ihr Haus oder Ihre Wohnung, sichern sich aber vertraglich das Wohnrecht bis zum Ableben zu. Der Käufer zahlt Ihnen dann eine monatliche Summe und erhält die Immobilie nach Ihrem Tod. Diese Option bietet sich vor allem an, wenn Sie die Immobilie an niemanden vererben können.