Leben

Alt und einsam? – das können Sie jetzt tun!

Einsamkeit im Alter ist etwas, vor dem sich viele Menschen mit zunehmendem Alter fürchten. Sind weder Partner, noch Familie oder Freunde vorhanden, kann es schnell passieren, dass Senioren sich isolieren und immer weniger am Leben teilhaben. Wer nicht von Natur aus kontaktfreudig ist und schnell neue Menschen kennenlernt, hat es in seinem letzten Lebensabschnitt oftmals nicht leicht. Die Folge kann eine Depression sein, die schlimmstenfalls dazu führt, dass Betroffene den Lebenswillen verlieren. Soweit muss es aber nicht kommen, denn es gibt einiges, was Sie gegen Einsamkeit im Alter tun können.

 

Welche Ursachen führen zu Einsamkeit im Alter?

Die Menschen in der Bundesrepublik werden immer älter. Da fortschreitenden Alter in vielen Fällen aber auch mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen verbunden ist, fällt es vielen Senioren zusehends schwer, den Anschluss an ein soziales Leben zu halten. Dies wird deutlich erschwert, wenn etwa der Partner/die Partnerin verstorben ist und keine Angehörigen vorhanden sind oder die Familie weit entfernt wohnt, sodass regelmäßige Besuche schwer möglich sind.

Der Freundes- und Bekanntenkreis verkleinert sich im Alter ebenfalls: Die Tatsache, dass langjährige Weggefährten sterben, bedeutet nicht nur weniger soziale Kontakte, sondern macht auch die eigene Endlichkeit bewusst. Neue Menschen kennenzulernen gestaltet sich für viele Senioren. Besonders dann, wenn körperliche oder geistige Beeinträchtigungen vorliegen, schämen sich viele Rentner und fürchten, bei Fremden auf Ablehnung zu stoßen. Statistiken zeigen, dass in Deutschland etwa acht Millionen Senioren im Alter zwischen 60 und 99 Jahren teilweise oder sogar dauerhaft von Einsamkeit und Isolation betroffen sind. Dieses Empfinden steigt potenziell mit zunehmendem Alter: Bis zu 800.000 Menschen zwischen 85 und 99 Jahren fühlen sich in ihrem Alltag regelmäßig einsam.

Haben Sie selbst diese oder vergleichbare Erfahrungen schon einmal gemacht, wissen Sie sicherlich, wie schwer es sein kann, aus diesem psychischen Loch wieder herauszukommen. Es droht eine schwere Depression, die es Betroffenen nahezu unmöglich macht, alleine neuen Lebenswillen zu finden und den Alltag wieder so zu gestalten, dass er Freude bereitet und sich lebenswert anfühlt.

 

Was können Sie aktiv gegen Alterseinsamkeit tun?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie sich Ihre Situation bewusst machen und sich dafür entscheiden, etwas verändern zu wollen. Damit legen Sie den Grundstein für eine positive Entwicklung. Der zweite Schritt ist das Gespräch mit einer anderen Person, der Sie ganz offen und ehrlich Auskunft über Ihre aktuelle Situation geben. Dabei kann es sich um einen Freund oder Verwandten, einen Pastor oder auch um den Hausarzt handeln. Möchten Sie lieber zunächst anonym bleiben, können Sie beispielsweise das Angebot der Telefonseelsorge nutzen: Die speziell geschulten Mitarbeiter hören Ihnen gerne zu und sind in der Lage, Sie an weitere Stellen in Ihrer Nähe zu vermitteln, die Ihnen weiterhelfen können. Machen Sie sich bewusst: Sie sind nicht alleine, auch wenn es sich vielleicht so anfühlen mag.

Natürlich haben Sie auch die Option, sich selbst psychologische oder psychiatrische Hilfe zu suchen. Sollten Sie Selbstmordgedanken hegen, zögern Sie bitte nicht, sich sofort in Behandlung etwa in einer psychiatrischen Klinik zu begeben. Die Aufnahme dort erfolgt meist sofort oder binnen weniger Stunden.

 

Ein Netzwerk aufbauen: Kontakte suchen, pflegen oder wieder aufleben lassen

Vor allem Senioren ohne Kinder leiden oftmals unter Einsamkeit. Gibt es keine Familie, die Besuche unternimmt oder mit der Telefongespräche geführt werden können, stellt sich rasch das Gefühl des Alleinseins ein. An dieser Stelle kann es sich lohnen, Freunde, Bekannte oder ehemalige Arbeitskollegen zu kontaktieren und diese Kontakte wieder aufleben zu lassen. Ist dies nicht möglich oder nicht gewünscht, besteht die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen und so auch neue Kontakte zu knüpfen. Dies kann etwa bei Veranstaltungen für Senioren, die von der Kirche organisiert werden, geschehen, oder auch in einem Sportverein oder an der Volkshochschule.

Wahrscheinlich werden Sie schnell feststellen, dass Sie mit Ihrer Einsamkeit nicht alleine sind, sondern dass es noch weitere alleinstehende Senioren gibt, denen es ganz ähnlich geht. Mit etwas Glück finden Sie so Gesprächspartner, Bekannte und vielleicht sogar Freunde. Ein gutes soziales Netzwerk beugt dem Alleinsein vor und kann das Entstehen von Depressionen verhindern.

 

Kontakte online suchen: Haben Sie dem Internet schon eine Chance gegeben?

Das Internet ist ein Bereich, vor dem viele Senioren zurückschrecken. Was jüngeren Menschen nahezu automatisch von der Hand geht, ist Älteren fremd und kann sogar bedrohlich wirken. Experten raten aber dazu, Computern und vor allem dem Internet eine Chance zu geben. Online findet sich nicht nur ein riesiges Angebot an Informationen, Neuigkeiten und Unterhaltung, sondern auch die Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Auch Senioren mit körperlichen Beeinträchtigungen können so problemlos Freundschaften pflegen oder neue Bekannte finden, so zum Beispiel in speziellen Online-Gemeinschaften für Rentner.

Und das ist noch nicht alles: Auch der Kontakt mit Familienmitgliedern, die weit entfernt wohnen, lässt sich so halten, etwa mithilfe von Videochats. Sollten Sie sich nicht mit dem Internet auskennen, können Sie sich die Grundlagen von einem Freund oder Verwandten zeigen lassen – oder Sie besuchen einen Computerkurs für Senioren, wo Sie auch gleich auf Gleichgesinnte treffen.

 

Warum hängen Altersarmut und Einsamkeit bei Senioren oft zusammen?

Neben der Einsamkeit im Alter ist auch die Altersarmut ein wachsendes Problem. Nicht selten hängen beide Faktoren unmittelbar zusammen: Je weniger Geld Sie zur Verfügung haben, umso weniger Freizeitaktivitäten sind möglich. Dazu kommt oftmals Scham darüber, dass das Geld kaum zum Leben reicht, auch wenn in vielen Fällen jahrzehntelang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Sollten Sie von Altersarmut betroffen sein, ist es dennoch ratsam, sich nicht aus diesem Grund zu isolieren, sondern die Gesellschaft Gleichgesinnter zu suchen. Sie können sich in diesem Zusammenhang etwa an Selbsthilfegruppen wenden, aber auch an Behörden und Beratungsstellen. Diese sind unter Umständen nicht nur in der Lage, Ihnen bezüglich Ihrer Einsamkeit zu helfen, sondern können eventuell auch Ihre finanzielle Situation verbessern. Anlaufstellen für Senioren, die unter Geldproblemen leiden, sind unter anderem die Folgenden:

 

In allen größeren deutschen Städten sind entsprechende Einrichtungen vorhanden, die bei finanziellen Schwierigkeiten, aber auch bei der Alltagsbewältigung und beim Auftreten von Alterseinsamkeit helfen können. Auch hier gilt: Scheuen Sie sich nicht, Kontakt mit Behörden und Einrichtungen aufzunehmen und um Hilfe zu ersuchen. Sie sind mit Ihren Problemen nicht alleine und können Ihre Lebensqualität unter Umständen mit einfachen Mitteln verbessern, wenn Sie sich professionelle Unterstützung suchen.

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