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In Norwegen als Au-pair Oma arbeiten

18. November 2019
Als Aupair Granny nach Norwegen gehen

Sie möchten für eine Weile in Norwegen leben und suchen für eine intensive Erfahrung auch gleich einen Familienanschluss? Keine Lust auf  eingetretene Pfade, schleichende Einsamkeit und weiteres Aufschieben von Wünschen? Werden Sie Leih-Oma in Norwegen und lernen die als Granny Au Pair eine neue Sprache und andere Kultur kennen!

Viele norwegische Familien suchen eine ältere Au-pair Dame, die eine fehlende oder weit entfernte Oma ersetzt und das Familienleben in Norwegen mitgestaltet. Aupairs im Alter bringen den Vorteil von Lebenserfahrung, Risikobewusstsein und Reife. Als Leihoma entlasten Sie die Familie und geben Kindern die Aufmerksamkeit, die berufstätige Eltern zeitlich nicht mehr ausreichend aufbringen können. Die Fürsorglichkeit einer Aupair-Oma wird von viele Familien sehr geschätzt und bevorzugen deswegen nicht selten ältere Frauen gegenüber jungen Au pairs.

Als Granny Aupair haben Sie in Norwegen eine aufregende Zeit vor sich, genießen die Natur und neue kulturelle Erfahrungen. Norwegen ist für Ihre Erfahrung als Aupair im Alter besonders geeignet, wenn Sie sich für Wintersport in der kalten Jahreszeit und Wandern in den herrlichen Weiten der norwegischen Natur begeistern können. Wenn Ihnen ein urbanes Lebensumfeld wichtig ist, dann suchen Sie nur in Bergen und Oslo nach Gastfamilien.

 

Gibt es eine Altersbeschränkung für Au-pair Omas in Norwegen?

Nein, es gibt keine Altersbeschränkung für Leih-Omas in Norwegen. Gesetzliche Bestimmungen und Regeln wurden in erster Linie für die generellen jungen Au-pairs bis 30 ausgearbeitet, die im Rahmen von Arbeitsaufenthalten im Ausland vermittelt werden.

Eine Vermittlung älterer Au-pairs läuft daher meistens entweder auf freiwilliger Basis über dem privaten Weg oder über eine Agentur ab. Die Konditionen werden auf vertraglicher Basis zwischen der Au-pair und der Gastfamilie direkt oder über eine Agentur ausgehandelt. Ein Verbot gegen ältere Au-pairs von staatlicher Seite besteht selbstverständlich nicht. Gewisse Voraussetzungen sind aber generell auch für die Älteren einzuhalten:

 

Welche Voraussetzungen gelten für Seniorinnen als Au-pair 50+?

Für ältere Au-pairs gelten die selben Anforderungen an ihre freiwillige Tätigkeit. Die Voraussetzungen sind somit denen der jüngeren Au-pairs weitestgehend angelehnt:

  • Keine Altersbegrenzung, aber gegebenenfalls Alter nach Wunsch der Gasteltern.
  • Meist eine Aufenthaltsdauer von mindestens drei Monaten, kann aber bis zu zwei Jahren verlängert werden.
  • Die durchschnittliche Arbeitszeit liegt bei etwa 30 Stunden pro Woche.
  • Bei einem Ganzjahresaufenthalt ungefähr 25 Tage Urlaub.
  • Wöchentlich mindestens einen, besser aber zwei freie Tage für die Au-pair Oma.
  • Häufig gefordert ist natürlich Erfahrung in der Kinderbetreuung, nicht aber durch eigene Kinder.
  • Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die geforderten Tätigkeiten.
  • Oft wird eine Nichtraucherin gewünscht.
  • Möglichst gute Englisch- oder Norwegischkenntnisse, letzteres ist sicher nicht obligatorisch.
  • Möglichst einen Führerschein, insbesondere wenn die Gastfamilie außerhalb einer Stadt wohnt.
  • Ausreichendes Bildungsniveau für eine bei Hausaufgabenbetreuung.

Besonderen Wert wird in Norwegen natürlich auf Vorerfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen gelegt. Entweder die Au-pair hatte eigene Kinder oder hat bereits schon Erfahrung und entsprechende Referenzen in der Betreuung von Kindern. Oft sind Betreungen im Freizeitbereich erwünscht. Ebenso können absolvierte Praktika in Schulen, Vereinen oder Kindergärten die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Erfahrungen im Babysitting, als Nachhilfelehrer oder bei der Hausaufgabenbetreuung werden gern gesehen.

Ein Führerschein ist oft Voraussetzung, da bei Tätigkeiten wie Bringen und Holen der Kinder von Schule oder Kindereinrichtung die Entfernungen in Norwegen fast nur mit Auto zurückzulegen sind. Da Norwegen nicht Mitglied der EU ist, müssten die Au-pair Omas eigentlich einen internationalen Führerschein beantragen, tatsächlich wird der EU-Führerschein in Norwegen ebenso anerkannt.

 

Wie sieht der Auswahlprozess für Au-pairs mit 50, 60 oder 70 Jahren in Norwegen aus?

Ein Auswahlprozess erfolgt über den privaten Bereich oder über eine Agentur. Sämtliche Konditionen verhandeln die Partner untereinander ab. Werden Portale benutzt, vermitteln diese größtenteils nur gegen Gebühren die Kontaktaufnahmen. Das heißt, die Gastfamilie und/oder die Au-pair Grannys stellen ihre Konditionen öffentlich und verhandeln dann auf der Ebene der Gegenseitigkeit die vertraglichen Bedingungen.

Die Au-pair Oma kann anhand der Angaben der Gastgeber bei einer Vermittlungsagentur ihre Auswahl treffen und tritt entweder selbst privat oder eben über das Angebotsportal mit einer Bewerbung an die Gastfamilie heran. Ob die Au-pair Granny 50, 60 oder 70 Jahre alt sein soll, bleibt die Entscheidung der Gastgeberfamilien und hängt meist von der Art der Aufgaben und den damit verbundenen Anforderungen ab. Im Allgemeinen ist ein Au-pair 50+ noch etwas mobiler als eine Hupair-Dame mit 70 Jahren, was aber kein Ausschlusskriterium ist.

 

Welche Voraussetzungen muss die Gastfamilie in Norwegen erfüllen?

Seien Sie ehrlich über Ihre eigenen Erwartungen an die norwegische Familie und kommunizieren Sie Ihre Wünsche unmittelbar von Anfang an. So beugen Sie Enttäuschungen vor und beide Seiten können sich angemessen aufeinander einstellen.

Fast immer betreffen die Aufgabenbereiche der Au-pair Oma den Haushalt, die Versorgung von Kindern und Haustieren, gegebenenfalls aber auch die Unterstützung von Senioren als deren Gesellschafterin. Als Au-pair Oma sollten Sie Ihre Anforderungen an die norwegische Gastfamilie im Vorfeld schriftlich fixieren. Dazu könnten folgende Punkte zählen:

  • ein eigenes Zimmer, möbliert, mindestens 8 m² und Fenster für Tageslicht
  • nach Möglichkeit ein eigenes Badezimmer
  • alle Mahlzeiten, mindestens drei täglich
  • Taschengeldzahlungen in bar oder auf ein Bankkonto
  • Anzahl der komplett freien Tage für Ausflüge alleine und eine Regelung über Feiertage und Urlaub
  • einen Sprachkurs in der Nähe des Wohnorts
  • evtl. Kostenübernahme von einer Krankenversicherung für die Leihoma durch die Gastfamilie.

 

Wie hoch ist das Gehalt einer Granny Au-pair in Norwegen?

Durchschnittlich erhält eine Leihoma in Norwegen etwa monatlich 5400 NOK erhalten. Zusätzlich erhält die Au-pair 400 NOK für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Die Gastfamilie zahlt für Au-pairs einen jährlichen Sprachkurszuschuss von 940 Euro. Monatlich bedeutet das rund 500 Euro maximal als Taschengeld. 10,2 % des monatlichen Taschengeldes werden als Urlaubsgeld gezahlt. Die monatliche Unterkunft und Verpflegung kann mit dem Taschengeld verrechnet werden. Viele Gastfamilien sind bereit, einen Sprachkurs auch komplett zu finanzieren.

 

Wer bezahlt die Krankenversicherung einer Au-pair Oma über 70?

Die Krankenversicherung für Leihomas wird in Norwegen von der Gastfamilie oder von dem Aupair selbst gezahlt. Maßgeblich ist die vertragliche Regelung. Alle Au-pairs unabhängig vom Alter müssen sich von den Gasteltern beim staatlichen Gesundheitsdienst registrieren lassen. Empfehlenswert ist eine Auslandskrankenversicherung, die vor Antritt der Reise im Heimatland abzuschließen ist.

Zusätzlich zur Krankenversicherung ist in Norwegen eine Unfallversicherung empfehlenswert. Ein Kombipack der empfehlenswerten Versicherungen mit Haftpflichtversicherung, zusätzlicher Auslandskrankenversicherung und Unfallversicherung ist günstig für Seniorinnen als Aupair zu bekommen.

Die Abgaben zur Sozialversicherung übernehmen die Gasteltern. Die Leihoma ist automatisch sozialversichert, da das Taschengeld versteuert werden muss und so auch die Sozialabgaben abgeführt werden.

 

Brauchen Au-pair Omas ein Visum, Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis?

Ja, Au-pair Omas müssen vor der Einreise nach Norwegen neben dem Visum auch evtl. eine Arbeitserlaubnis beantragen, sofern Sie mehr als das übliche Taschengeld als Entlohnung für Ihre Dienste in der Gastfamilie erhalten. Normalerweise erhalten Granny Au-pairs neben Kost und Logis für Ihre Mithilfe im Haushalt bei der Kinderbetreuung nur ein Taschengeld. Sollten Sie auf eine Bezahlung in Geld verzichten, ist ebenso eine Arbeitserlaubnis nicht erforderlich. Genaue Auskunft können Sie bei der norwegischen Botschaft einholden.

Für das Visum ist ein gültiger Reisepass erforderlich. Das Au-pair Programm in Norwegen hat den Status einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Eine besondere Arbeitserlaubnis ist daher in der Regel nicht erforderlich. Trotzdem muss Taschengeld, wenn es gezahlt wird, versteuert werden. Um die Versteuerung kümmert sich die Gastfamilie in Norwegen.

Wichtig: Ein deutscher Personalausweis wird nicht immer in Norwegen anerkannt, beantragen Sie deswegen einen Reisepass bevor Sie nach Norwegen aufbrechen.

 

Wer trägt die Reisekosten von Hin- und Rückflug eines Au-pairs 50plus?

Eine Au-pair Oma muss für ihre Reisekosten generell selbst aufkommen. Viele Familien unterstützen allerdings mit der Bezahlung von Hin- und Rückflug und Sprachkursen den Aufenthalt ihrer Au-pair. Sie sind natürlich frei, etwas anderes zu vereinbaren. Verkaufen Sie Ihre Unterstützung nicht unter wert und bestehen Sie auf die Übernahme der Reisekosten und Gebühren für einen Sprachkurs.

 

Welche Aufgaben haben Seniorinnen als Au-pair in Norwegen?

Zunächst muss unterschieden werden, ob eine Tätigkeit als Au-pair oder Nanny angestrebt ist. Eine Nanny ist eine Angestellte mit Vertrag und Lohn, eine Au-pair wird in die Familie integriert und erhält nur ein Taschengeld sowie kostenlose Kost und Logis. Für Au-pair Omas ist nur die Kinderbetreuung mit etwa 20 bis 45 Stunden pro Woche vorgesehen. Wenn die norwegische Familie von Ihnen mehr als 25 Stunden pro Woche Einsatz wünscht, dann sollten Sie überlegen, sich nicht als Aupair-Granny, sondern auch offiziell als Nanny mit allen Rechten und Pflichten anzubieten.

 

Die generellen Aufgaben, die auf ein Aupair mit 50, 60 oder 70 Jahren zukommt, sind beispielsweise:

  • mit den Kindern spielen
  • die Kinder zur Schule und zu Freizeitaktivitäten fahren
  • Mahlzeiten für die Kinder oder auch für die ganze Familie kochen
  • die Kinderzimmer mit den Kindern zusammen aufräumen
  • die Hausaufgabenbetreuung
  • die Kinder ins Bett bringen
  • kleinere Einkäufe erledigen
  • die Spülmaschine ausräumen, gegebenenfalls auch die Wäsche der Kinder waschen und bügeln

 

Für eine Au-pair ist in den Aufgaben nicht vorgesehen:

  • tägliches Kochen für die ganze Familie
  • das Auto waschen
  • Aufräumen von Zimmern, die keine Gemeinschaftsräume sind
  • Gartenarbeit
  • die Wäsche der ganzen Familie waschen und bügeln
  • Putzen
  • auf Haustiere aufpassen, wenn es vorher nicht vereinbart war
  • auf Kinder anderer (Nachbarn etc.) aufpassen

 

Wir raten Ihnen ausdrücklich, alle Verpflichtungen und Gegenleistungen vertraglich festzuhalten. Verschiedene Vermittlungsportale bieten hier sogar Musterverträge an.

 

Was sollte in einem Vertrag vertraglich vereinbart sein?

  • Länge des Aufenthalts
  • Start und Enddatum des Vertrags
  • Höhe des wöchentlichen/monatlichen Taschengeldes
  • Konditionen des Urlaubes
  • Details zur Unterkunft und Verpflegung
  • Arbeitszeiten
  • Regelung zu Reisekosten und andere Positionen des Lebensunterhalts (Verkehrsmittel, Mobiltelefon etc.),
  • Regelung zur vollen oder anteiligen Übernahme von Versicherungskosten
  • die regelmäßigen Aufgaben der Au-pair Oma
  • Möglichkeiten der Kündigung oder Auflösung des Vertrages
  • Regelung zur Übernahme von Visa-Kosten
  • Regelung zur Übernahme der Sprachkurskosten

 

Tipps für ein Auslandsjahr als Au-pair über 60

Ein Auslandsjahr ist eine lange Zeit weit weg von zu Hause. Planen Sie eine Vorlaufzeit für die Vorbereitungen ein. Dazu gehören beispielsweise:

 

  • Dauer des Aufenthaltes: Erst mal mit wenigen Monaten anfangen und dann vor Ort den Aufenthalt verlängern? Erkundigen Sie sich bei der Botschaft nach den Visabedingungen.
  • Versicherungen überprüfen, ob sie in Norwegen Versicherungsschutz bieten oder Alternativen suchen.
  • Internationalen Führerschein beantragen.
  • Kopien von Pass anfertigen oder digital in einer Cloud ablegen
  • Gültigkeit des Reisepasses überprüfen.
  • Passbilder, Impfausweis und Rentnerausweis mitnehmen.
  • Gegebenenfalls Impfungen auffrischen.
  • Ersatzakkus für Mobiltelefon, Medikamente, Ersatzbrille etc. organisieren
  • Post nach Norwegen weiterleiten lassen
  • Online-Banking für das deutsche Bankkonto einrichten lassen
  • Vollmachten und Schlüssel für die Wohnung / das Haus in Deutschland bei vertrauenswürdigen Personen hinterlegen

und vieles mehr. Das bedarf mitunter hier einer Vorbereitungszeit von zwei bis drei Monaten.

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