Leben

Als Rentner nach Polen auswandern: Tipps

3. Mai 2018
Polen hat wunderschöne Städte und atemberaubende Natur zu bieten.

Immer mehr Menschen denken über eine Auswanderung im Alter nach. Zahlreiche Jahre der harten Arbeit liegen zurück, der Ruhestand bietet ausreichend Zeit ein neues Land kennen zu lernen und sein Leben in eine nochmal vollkommen neue Richtung zu lenken.

Polnische Grenzregionen belegen in der Beliebtheitsskala einen der obersten Plätze. Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland verhältnismäßig gering, zudem sprechen die meisten Menschen in den Randregionen des Landes Deutsch. Diese geringe Sprachbarriere ist vor allem im Rahmen von Arztbesuchen vorteilhaft. Für eine Auswanderung nach Polen spricht außerdem die kurze Entfernung in die Heimat, welche mit direkten Zugverbindungen zwischen den Städten innerhalb weniger Stunden bewältigt werden kann.
Des Weiteren gilt Polen als ein recht sicheres Land, die Kriminalitätsrate liegt ähnlich hoch wie in Deutschland.
Mit der Festlegung des Ziellandes ist bereits der erste Grundbaustein für eine gelungene Auswanderung gelegt. Dennoch ist der Organisationsaufwand zunächst hoch.
Damit die Auswanderung ohne unangenehme Zwischenfälle gelingt, werden hier einige wichtige Punkte als Orientierungshilfe aufgeführt:

 

In der neuen Heimat gesundheitlich bestens versorgt

Wer in Deutschland innerhalb seines Arbeitsverhältnis bis zum Renteneintritt in die gesetzliche Krankenversicherung einbezahlt hat, wechselt automatisch zum Pensionsbeginn in die KVdR, der Krankenversicherung der Rentner. Da Polen der EU angehört bleibt die Krankenversicherung von der Auswanderung unberührt bestehen.

Wenige Monate vor dem geplanten Umzug sollte das Gespräch mit dem Hausarzt aufgesucht werden, dieser prüft ob die Gültigkeit des Impfschutz gegeben ist und ob das Zielland weitere Impfungen verlangt.
Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist es durchaus empfehlenswert einen Vorrat mitzunehmen, als Richtlinie gelten hier etwa zwei Monate. So bleibt ausreichend Zeit sich einen Überblick der behandelnden Ärzte vor Ort zu verschaffen und sich etwas an die neue Umgebung zu gewöhnen. Alle Krankenakten sollten bereits vor der Auswanderung in Polnisch übersetzt werden und unbedingt mitgeführt werden.

 

Was ist im Hinblick auf bestehende Versicherungen zu beachten?

Wer sich dazu entschließt im Rentenalter nach Polen auszuwandern muss sich keine Sorgen auf Zahlung seiner Rente machen, da die Überweisung des vollen Rentenanspruchs ins Ausland problemlos möglich ist. Damit der Geldbetrag im neuen Heimatland auch rechtzeitig eintrifft ist es wichtig den entsprechenden Antrag etwa vier Monate vor dem geplanten Umzug bei der deutschen Rentenversicherung einzureichen.
Empfehlenswert ist es zudem einen Antrag auf Kontenklärung bei der Rentenversicherung zu stellen. Dieser Service ist kostenlos und beinhaltet die Prüfung auf Vollständigkeit aller notwendigen Unterlagen. Erfolgt dies frühzeitig können fehlende Dokumente rechtzeitig nachgereicht werden.
Am besten werden die Rentanzahlungen auf ein deutsches Konto angewiesen und anschließend am Geldautomat ausgezahlt. Denn sobald eine weitere Bank involviert ist oder ein Scheck ausgestellt wird können Kosten im weitesten Sinne entstehen für diese der Bezieher selbst Rechnung zu tragen hat.

 

  • Besteht eine Riester-Rente, so sind deren Steuern ausnahmslos in Deutschland zu zahlen.
  • Rentner die über eine bestehende Lebensversicherung aus Deutschland verfügen können diese problemlos nach Polen mitnehmen.
  • Eine bestehende Hausratsversicherung sollte bei Aufgabe der deutschen Unterkunft rechtzeitig gekündigt werden, da diese nicht mehr weiter benötigt wird.
  • Der Versicherungsschutz der privaten Haftpflichtversicherung bleibt für gewöhnlich auch in Polen bestehen, wer unsicher ist, sollte sich diesbezüglich frühzeitig erkundigen.
  • Alle Ausgaben welche in Form eines Dauerauftrags abgebucht werden sollten gründlich überprüft und gegebenenfalls gekündigt werden. Hierzu zählen beispielsweise Rundfunkgebühren, Telefon oder Strom.

 

Alle wichtigen Papiere stets griffbereit

Der Personalausweis sowie der Reisepass sind eine der wertvollsten Dokumente. Vor dem Start ins neue leben sollte deren Gültigkeit genau geprüft werden. Jedes Datum das länger als drei Monate in der Zukunft liegt ist bedenkenlos.
Die Einreise nach Polen ist mit einem gültigen Reisepass möglich. Eine Aufenthaltserlaubnis muss in den ersten drei Monaten nicht nachgewiesen werden.

Rentner die dauerhaft in Polen bleiben möchten können die Aufenthaltsgenehmigung erlangen, sofern sie eine Krankenversicherung und finanzielle Mittel um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten vorweisen.
Eine Auswanderung nach Polen bringt den großen Vorteil mit sich, dass die Gültigkeit des deutschen Führerscheins weiter bestehen bleibt.
Einige weitere Dokumente sollten vorab in die polnische Sprache übersetzt und beglaubigt werden.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde
  • Schwerbehindertenausweis
  • Ärztliche Weisungen/ Untersuchungen welche alltagsrelevant sind

 

Über die Vollständigkeit der Dokumente gibt die polnische Landesvertretung Auskunft.

 

Quellen: https://www.wohin-auswandern.de/auswandern-checkliste
https://eures.praca.gov.pl/de/index.php?option=com_content&view=article&id=77&Itemid=110

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