Ehrenamtlich Nachhilfe geben

Der Dozent im Ruhestand – ein unschätzbarer Wissensquell

Geben Sie ihre Erfahrung an Jüngere weiter! © contrastwerkstatt - Fotolia.com
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Die Wissensbörse richtet sich vornehmlich an freiwillige Anbieter von Unterrichtseinheiten, Lerngruppen oder Projekten, die der Altersgruppe 50plus angehören.

Dies hängt mit der Wahrscheinlichkeit zusammen, dass sich bei Menschen ab 50 und bis 70 mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Altersteilzeit, ein Vorruhestand oder ähnliche zeitliche Kapazitäten ergeben als dies bei Jüngeren der Fall wäre. Höchstens Studenten, die mit einer ähnlichen zeitlichen Flexibilität ausgestattet sind, können eingesetzt werden.

Das Erlernen von Alltagskompetenz

Beide dieser Gruppen können nun jeweils ihr Wissen an Jüngere weitergeben, und dies, im Sinne einer Wissensbörse, ehrenamtlich. Dozenten oder Lehrer in Rente können Studenten und Schülern helfen, ebenso ist hier die typische Konstellation, nämlich die des schülerbetreuenden Studenten, zu organisieren. Doch die Berufserfahrung ist es, wodurch Menschen ab 50 als unschätzbar für Wissensbörsen gelten.

Nämlich nicht nur die Nachhilfe in Lernfächern, sondern auch in allgemeinen Fähigkeiten wie z. B. „Wie bewerbe ich mich richtig?“, „Wie reagiere ich gegenüber Mobbing?“, „Wie schärfe ich meine interaktiven Fähigkeiten gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Vorgesetzten?“ etc. ergeben sich hier sozusagen als ehrenamtlich organisierte und privat angebotene Lernveranstaltung. Dies kann sich ebenso auf Sprecherziehung, Rezitationsprojekte, Meditationskurse, religiös orientierte Projekte sowie auch Supervisionsmöglichkeiten und vieles mehr erstrecken.

Die Freiheit der ehrenamtlichen Nachhilfe

Das Modell der gewöhnlichen Nachhilfe wird mit der Einrichtung und Organisation einer Wissensbörse um ein Vielfaches erweitert. Während Nachhilfeorganisationen, die ihre Tätigkeit rein aus wirtschaftlichem Interesse heraus organisieren, nicht auf den Erfolg der Schüler achten, sondern auf den eigenen Nutzen (ein Bedarf wird dem Kunden bzw. den Eltern vorgespiegelt, nur damit diese die Betreuung weiterhin kostenpflichtig in Anspruch nehmen), kann eine Wissensbörse ihr Angebot in völlig davon unabhängiger Haltung präsentieren. D. h. ein Universitätsdozent im Ruhestand achtet konkret auf den Fortschritt der von ihm betreuten Lerngruppe oder dem Einzelschüler – das wirtschaftliche Interesse fällt weg und man dient allein der Sache.

Nachtrag zum Fächerkanon

Ein weiteres als Unterschied zu herkömmlichen Nachhilfeorganisationen: Die Wissensbörse kann eine unterrichtliche Betreuung über den rein schulisch relevanten Kanon hinaus ermöglichen. D. h. auch Ausbildungsberufe können hier durch Ältere im Rahmen der Nachhilfe angeboten werden: Etwa Handwerk, elektrotechnisches Fachwissen oder auch praktische Unterweisungen in speziellen Bereichen etwa der Kfz-Mechatronik oder ähnlichem sind hier möglich.

Die freiwilligen Lehrkräfte können aus ihrem Erfahrungsschatz heraus einen gesellschaftlichen Beitrag leisten – und ihre Schüler können gezielter mit Anforderungen umgehen, die in ihrer Berufswelt auf sie zukommen.

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