Die Umschulung zum Raumgestalter/ zur Raumgestalterin

Hübschen Sie die Räume Ihrer Kunden auf!

Der Beruf des Raumgestalters verbindet Kreativität mit der optimalen Nutzung räumlicher Gegebenheiten, einem Auge für Details und einem guten logistischen Denkvermögen. Auch Organisationstalent für die reibungslose Einrichtung eines Objekts oder Gebäudes sowie gute kommunikative Fähigkeiten kommen erfolgreichen Raumausstattern zugute, da die Zusammenarbeit mit Kunden ebenfalls abgewickelt und die Konzepte zu deren Zufriedenheit umgesetzt werden müssen.

Die Lust am Experimentieren mit Farben, Formen und Orten, ein hohes Maß an Kreativität und eine ausgesprochene Serviceorientiertheit zeichnen die Personen aus, die anderen bei der Einrichtung ihrer Traumwohnung oder ihres Traumhauses zur Seite stehen. Früher wurden Raumausstatter als Innenraumdekorateure bezeichnet, diese Berufe sind jedoch deckungsgleich.

 

Die beruflichen Aussichten für Raumausstatter/ Raumausstatterinnen in Deutschland

Das eigene Zuhause und dessen optimale Gestaltung und Nutzung rückt in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus. Vor allem beruflich stark eingebundene Privatpersonen greifen aufgrund des Mangels an Zeit für Besuche in entsprechenden Geschäften gerne auf die Expertise und Erfahrung eines Raumausstatters zurück. Aber auch Unternehmen, die sich internationaler Kundschaft möglichst angenehm und auf positive Weise auffallend präsentieren möchten, sind gute potenzielle Kunden.

Der Beruf des Raumausstatters ist vergleichsweise jung, wie so viele andere Berufe aus dem Lifestyle- oder Coaching-Bereich stammt auch dieser ursprünglich aus dem amerikanischen Raum. Dort wird bei vielen Neubauten oder Renovierungen Fachpersonal beauftragt, um einen reibungslosen Ablauf und ein harmonisches Endergebnis zu erlangen. Oft sind das Personen, die eine andere Ausbildung absolvierten und dann im Laufe des Lebens ihre Passion für schöne Gestaltung, Dekor und Co entdeckten. Diese finden den für sie idealen Beruf in der Raumausstattung, auch handwerklich begabte und interessierte Charaktere können sich hier verwirklichen.

 

Die Voraussetzungen für die Umschulung 

Die offiziell anerkannte Ausbildung zum Raumausstatter kann an entsprechenden Berufsfachschulen absolviert werden. Die Voraussetzungen sind vor allem persönlicher Art:

  • Affinität zu handwerklichen Tätigkeiten
  • ein Interesse für Materialien, Stoffe und deren Kombination
  • Liebe zum Detail (etwa bei der Farb- oder Dekorzusammenstellung)
  • gute kommunikative Fähigkeiten, um ein genau den Wünschen des Kunden entsprechendes Konzept zu erstellen
  • Wille zur Einarbeitung und kontinuierlichen Weiterbildung im handwerklichen oder kreativen Bereich
  • exzellentes Networking, um Kunden zu halten und sich neue Auftraggeber zu erschließen

Die meisten Unternehmen, die Ausbildungsplätze für angehende Raumausstatter anbieten, verlangen einen mittleren Schulabschluss oder eine zuvor abgeschlossene Erstausbildung im handwerklichen oder ästhetischen Bereich, wie z. B. Maler oder Schreiner. Auch sollten keine körperlichen Gebrechen vorliegen, die Einschränkungen bei der Arbeit nach sich ziehen, vor allem Hände und Rücken sind für das obligatorische Fingerspitzengefühl wichtig.

 

Die Ausbildung zum Raumausstatter/ Raumausstatterin im Rahmen eines Quereinstiegs

Da viele Menschen erst im Laufe ihres Lebens ihre Liebe zur Ausgestaltung von Räumen entdecken, ist eine entsprechende Umschulung nicht ungewöhnlich. Die Ausbildung dauert vorgeschriebener Maßen dreieinhalb Jahre und ist dual aufgebaut. Das Ausbildungsunternehmen weist während der praktischen Phasen die Azubis in die wichtigsten Aspekte der Raumausstattung ein. Dazu gehören unter anderem:

  • die Kombinierung von Farben und Formen zu einem harmonischen Bild
  • das optimale Zusammenspiel verschiedener Materialien und Einrichtungsgegenstände
  • Restaurierung und Veredelung von Möbelstücken
  • Entwurf von Tapetendesigns und Lichtanlagen
  • die optimale Ausnutzung der gegebenen Raumverhältnisse
  • Kostenkalkulationen
  • Erstellung von Dekorationselementen (Decke, Wände, Außenbereich)

 

Eine Möglichkeit ist auch ein Fernstudium:

Wo können die notwendigen Kenntnisse für die Umschulung oder Zweitausbildung zum Raumausstatter erlangt werden?

Anbieter einer Ausbildung zum Raumausstatter finden sich in so gut wie allen Bundesländern. Trägereinrichtungen sind beispielsweise:

  • Kerschensteiner Schule in Stuttgart
  • Städtische Berufsschule für Holztechnik und Innenausbau in München
  • Berufliches Schulzentrum für Raumausstattung in Forchheim
  • Hamburger Institut für berufliche Bildung – Berufsschule Holz, Farbe, Textil in Hamburg

 

Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten während der Zweitausbildung

Zwar erhalten alle Azubis, die die dreieinhalbjährige duale Ausbildung durchlaufen, ein Gehalt, dieses liegt jedoch im Vergleich zu anderen Ausbildungsgehältern in Industrie und Dienstleistungsbranchen im unteren Bereich. Im ersten Jahr verdienen angehende Raumausstatter etwa 400,- € bis 500,- €, im zweiten etwa 550,- € bis 600,- € und im dritten Jahr bis zu 700,- € pro Monat.

Wegen des niedrigen Ausbildungsgehalts, das vor allem in Ballungszentren nicht für Miete und die notwendigen Lebenshaltungskosten ausreicht, stehen für Auszubildende zum Raumausstatter staatliche Hilfen bereit. Beantragt werden können beispielsweise Wohngeld oder Fahrtkostenzuschuss, auch eine Aufstockung auf das Existenzminimum kann erbeten werden, dieses wird dann geprüft.

 

Das Gehalt von Raumausstattern nach Abschluss der Zweitausbildung

In dieser Branche sind selbstständige Kleinunternehmer in großer Zahl vorhanden. Raumausstatter arbeiten häufig frei an Projekten mit oder arbeiten nur in Teilzeit als Festangestellte. So bleibt Flexibilität und Raum für Spezialisierung. Der Nachteil ist dabei ein niedriges Fixgehalt: In den vergangenen Jahren lag das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Raumausstatter bzw. Innendekorateure bei 1400,- € bis 1800,- € brutto pro Monat.

Mit steigender Berufserfahrung und vor allem einem größeren Netzwerk an Kunden und Kooperationen steigt das Einkommen, auch Weiterbildungen und Spezialisierungen z. B. im Lichttechnikbereich, als Gestalter/-in im Handwerk oder Raumgestaltung im Feng-Shui-Stil erhöhen das Gehalt. Obendrauf können Raumausstatter einen Fachwirt und anschließend einen Meister absolvieren: Damit – und mit der Berufs- und Projekterfahrung – steigen die Chancen auf eine Festanstellung in einem größeren Unternehmen oder einer Agentur.