Eine Ausbildung zum Übergangsberater 50plus: Fakten und Chancen

Eine Ausbildung zum Übergangsberater 50plus: Fakten und Chancen

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Übergangsberater zeigen Möglichkeiten auf.

 

Viele ältere Arbeitnehmer sehen sich damit konfrontiert, keinen Ansprechpartner für die Gestaltung der letzten zehn bis 15 Arbeitsjahre zu finden. Modelle der Arbeitszeitveränderung oder der Vorruhestandsregelung bergen etliche rechtliche Tücken und Arbeitgeber sind in dieser Hinsicht oftmals nicht genügend geschult.

Doch auch die tägliche Arbeit unterliegt mit zunehmendem Alter Veränderungen: Sie sind als Arbeitnehmer möglicherweise weniger stressresistent als früher, Sie fühlen sich in Ihrer aktuellen Position fachlich inzwischen über- oder unterfordert oder möchten Ihr Wissen strukturiert an den Unternehmensnachwuchs weitergeben. Viele Arbeitnehmer verbleiben jedoch in ihrer gewohnten Stellung und streben auf diese Weise dem regulären Renteneintrittsalter entgegen.

Übergangsberater sollen dabei helfen, auch die späteren Arbeitsjahre attraktiv zu gestalten und bei der Planung der verbliebenen Arbeitszeit beratend einwirken.

 

Wo findet man Übergangsberater?

Der demografische Wandel wird sich über kurz oder lang in jedem Unternehmen bemerkbar machen. Übergangsberater gibt es jedoch bisher nur in wenigen Unternehmen. Sie sind mitunter in den Personalabteilungen tätig und beschäftigen sich explizit damit, ältere Arbeitnehmer in ihrer Lebensplanung zu beraten und aufkommende rechtliche, finanzielle und auch psychologische Fragen adäquat zu beantworten. Zwar werden diese Aufgaben in vielen Fällen von Personalverantwortlichen übernommen, doch an einer gesonderten Ausbildung mangelt es. Entsprechend vergeblich suchen Sie dann in Ihrem Unternehmen nach Übergangsberatern. Fragen Sie im Zweifel bei den zuständigen Stellen nach, wer dafür zuständig ist.

In vielen Fällen verdingen sich jedoch Unternehmens- und Organisationsberater auch als Übergangsberater und richten Ihre Arbeit vorrangig auf die Unternehmen selbst aus. Sollten Sie die Aufgaben der Übergangsberater reizen, können Sie unter Umständen sogar selbst eine solche Ausbildung beginnen, damit Ihr Tätigkeitsfeld der nächsten Jahre neu gestalten und anderen Fragenden fachlich fundierte Beratung anbieten.

 

Wer kann Übergangsberater werden und wie ist die Ausbildung gestaltet?

Die Ausbildung zum Übergangsberater wird von der Akademie 50plus durchgeführt. Diese befindet sich in Osnabrück, unterhält jedoch inzwischen auch mehrere Landesgeschäftsstellen außerhalb Niedersachsens. Prinzipiell richtet sich die Ausbildung, welche aus sieben Präsenztagen besteht, sowohl an Firmenangehörige mit Führungsfunktion als auch an freie Unternehmensberater, Demografiebeauftragte in Kommunen und Verbänden, Personalberater, Coaches und Betriebsräte. Ob die Teilnahme an den Seminaren für Sie persönlich in Frage kommt, können Sie im Zweifel bei der Akademie 50plus erfragen.

Auch die Kosten der Weiterbildung sowie Möglichkeiten zur anteiligen Finanzierung durch Kommunen, Arbeitgeber o.Ä. sind bei der Akademie zu erfragen. Binnen sieben Präsenztagen (insgesamt 56 Unterrichtsstunden) lernen Sie in einer Seminargruppe von maximal zwölf Personen verschiedene Aspekte des Arbeitens und Lebens im Alter kennen.

 

Inhaltliche Aspekte der Ausbildung

Zunächst erfahren Sie, welche Konsequenzen der demografische Wandel in den letzten 20 Jahren bereits hatte und welche Auswirkungen in der Zukunft zu erwarten sind. Das Bild, welches in der Gesellschaft zum Leben im Alter über 50 vorherrscht, unterlag ebenso drastischen Wandlungen. Entsprechend werden Ihnen psychologische, soziologische und pädagogische Modelle vorgestellt, die Ihr Verständnis für die Bedürfnisse der Generation 50plus verbessern und erleichtern sollen. Im zweiten Teil der Ausbildung geht es vorwiegend um das Erkennen persönlicher Lebensziele, die Analyse der individuellen Stärken und Kompetenzen und die Motivation der Arbeitnehmer, sich tatsächlich lebenslang weiterzubilden.

Die Kompetenzen, die binnen eines jahrzehntelangen Arbeitslebens erworben wurden, sollen selbstverständlich geschätzt und anerkannt werden. Gleichwohl sind sie die beste Grundlage dafür, sich weiter zu qualifizieren. Der dritte Teil thematisiert finanzielle Fragen und sich verändernde Wohnformen.

Die momentane Situation ist regional sehr unterschiedlich. Während in größeren Städten und Ballungsgebieten eine sehr gute Infrastruktur vorherrscht, wird die Versorgung im ländlichen Raum zukünftig schwieriger werden. Es gilt, rechtzeitig individuelle Maßnahmen zu erörtern und dabei Beratung anzubieten. Finanzielle Fragen betreffen vor allem die eigene Altersvorsorge, die Finanzierung des Wohnraumes, die Notwendigkeit eines Zuverdienstes oder steuerliche Aspekte.

Sie erhalten ein entsprechendes rechtliches Basiswissen und lernen verschiedene Finanzierungsmodelle kennen. Ein weiteres Thema der Ausbildung ist die Erhaltung der Vitalität und Gesundheit sowie die Herausforderungen, die durch eine älter werdende Belegschaft auf die Unternehmen zukommen.

Abschließend erlenen Sie, wie Sie Beratungskonzepte erstellen und welche Handlungsfelder Sie in Ihrer Arbeit erschließen können. Zudem nehmen Sie selbst an einer solchen Übergangsberatung teil.

 

Chancen, Perspektiven und Ziele der Ausbildung

Übergangsberater sollen sich ihren Kunden mittels einer ganzheitlichen und systemischen Arbeitsweise nähern. Das heißt, nicht nur die Gestaltung des Arbeitsalltages soll thematisiert werden, sondern auch die Freizeit, die individuellen Lebensziele und ggf. auch die persönlichen Bedenken beim Ausscheiden aus dem aktiven Erwerbsleben. Bisher fokussiert sich eine Beratung jedoch häufig auf die Unternehmen selbst.

Es werden Konzepte erstellt, welche dabei helfen sollen, den Mitarbeitern entsprechende Wege aufzuzeigen, doch den Angestellten selbst genügen Patentlösungen häufig nicht. Mit der zunehmenden Sensibilisierung für die Fragen und Probleme der heutigen Generation 50plus entsteht jedoch zunehmend Bedarf nach individueller Beratung.

Scheuen Sie sich nicht, diese für sich selbst zu suchen – oder versuchen Sie, diese selbst durch die Ausbildung zum Übergangsberater anzubieten. Arbeitgeber werden im Laufe der Zeit erkennen müssen, dass die Abwanderung erfahrender Fachkräfte sich nur verhindern lässt, wenn ihnen individuelle Angebote unterbreitet werden und man auf ihre Bedürfnisse eingeht. Dazu zählt insbesondere die persönliche Gestaltung des eigenen Arbeitslebens im Sinne aller Beteiligten.