Voraussetzungen für die Bewilligung einer Umschulung durch das Jobcenter

Formale Voraussetzungen, die der Antragsteller für eine Bewilligung erfüllen sollte

Exclamation and Question Mark IconDamit auch ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahren die Finanzierung einer Umschulung durch das Jobcenter bewilligt kriegen, müssen zunächst einige formale Voraussetzungen erfüllt sein. Wichtig ist beispielsweise, dass mit der Umschulung ein anerkannter Ausbildungsberuf erlernt wird.

Ist dies nicht der Fall, handelt es sich im Sinne des Jobcenters nicht um eine Umschulung und wird daher auch nicht finanziell getragen. Hintergrund dieser Bedingung ist das Ziel, dass der Arbeitnehmer nach der Umschulung auch tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar ist.

Wer eine Umschulung beim Jobcenter beantragt, sollte in jedem Fall bereits eine Erstausbildung absolviert haben. Der Antragsteller muss dem Jobcenter für eine Finanzierungszusage plausibel begründen, warum eine weitere Beschäftigung in diesem Beruf nicht mehr möglich ist. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Angeführt werden kann hier beispielsweise die Lage auf dem Arbeitsmarkt, wenn diese auch perspektivisch eine weitere Beschäftigung oder eine Wiederaufnahme des erlernten Berufes sehr unwahrscheinlich werden lässt. Generell die besten Chancen haben Antragsteller, die sich bereits in der Arbeitslosigkeit befinden.

Oft ist es für die Bewilligung einer Umschulung jedoch auch ausreichend, wenn eine drohende Arbeitslosigkeit absehbar ist. Auch persönliche Gründe wie körperliche oder psychische Beeinträchtigungen können für die Bewilligung einer Umschulung angeführt werden, aufgrund derer die Arbeit in dem erlernten Beruf nicht mehr möglich ist. Wichtige Voraussetzung ist dann aber, dass der Umschüler gesundheitlich in der Lage sein wird, den Umschulungsberuf noch bis zum Rentenalter auszuüben.

Welche Umschulungen werden gefördert?

Unabhängig vom Alter ist es für die Bewilligung einer Umschulungsmaßnahme durch das Jobcenter von entscheidender Bedeutung, welcher Beruf erlernt werden soll. Für die Förderung ist es ausschlaggebend, ob für den gewählten Umschulungsberuf Bedarf auf dem Arbeitsmarkt besteht und ob durch die Umschulungsmaßnahme tatsächlich eine Arbeitslosigkeit abgewendet werden kann.

Wer sich einen Umschulungsberuf aussucht, für den der Arbeitsmarkt schon jetzt gesättigt ist, wird wenig Erfolg mit finanzieller Unterstützung einer Umschulungsmaßnahme durch das Jobcenter haben.

Bei der Entscheidung, ob eine Umschulung bewilligt wird, geht das Jobcenter ganz besonders auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes ein und fördert nur solche Maßnahmen, in denen Arbeitskräfte auch längerfristig gesucht werden. Hilfe bei der Entscheidung für dich richtige Umschulung geben Berater beim Arbeitsamt, die die Arbeitsmarktsituation kennen und individuell für den Antragsteller geeignete Umschulungsmaßnahmen vorschlagen können.

Rolle des Alters bei einer Umschulungszusage durch das Jobcenter

Das Jobcenter muss bei jedem Antragsteller im Einzelfall prüfen, ob eine Umschulungsmaßnahme erfolgsversprechend in Bezug auf seine weitere berufliche Laufbahn ist. Das Alter darf dabei nur insofern berücksichtigt werden, als dass der Antragsteller körperlich den Umschulungsberuf voraussichtlich noch bis zum Rentenalter wird ausüben können. Dies bedeutet im Klartext, dass es pauschale Ablehnungen aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht geben darf. Auch Menschen, die die 50 bereits erreicht oder überschritten haben, müssen die Möglichkeit bekommen, durch eine Umschulungsmaßnahme weiterhin am Arbeitsleben aktiv teilzunehmen.

Antragstellung: Welche Leistungen erbringt das Jobcenter während einer Umschulung?

Bei einer Umschulungsmaßnahme geht es nicht nur darum, die Kosten für die Umschulung selbst, sondern auch den Lebensunterhalt während der in der Regel zweijährigen Maßnahme zu finanzieren.

Das Jobcenter übernimmt teilweise sogar die Kosten für den Unterhalt der ganzen Familie, sofern diese vor der Umschulung vom Antragsteller allein getragen wurde. Auch hier gilt wieder die Einzelfallprüfung. Nach positivem Bescheid trägt das Jobcenter alle durch die Umschulungsmaßnahme entstehenden Kosten wie Kursgebühren, Arbeitsmaterialien, Fahrtkosten sowie die Lebensunterhaltskosten.

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  1. Ich arbeite zur Zeit als Selbständige Integrationshelferin, bin 47 Jahre alt. Ich bin Alleinerziehend mit zwei Kindern( 21 und 8 Jahre) Ich habe eine Berufsausbildung als Wirtschaftskaufmann und eine abgebrochene Ausbildung als Ergotherapeutin ( Geburt eines Kindes). Der Beruf als Integrationshelferin ist sehr riskant, da es oft nur 1/2jährliche Weiterbewilligungen gibt oder es viele Ausfallzeiten der zu integrierenden Kinder gibt oder andere obskure Hürden des Souialamtes und des Jugendamtes. Ich interessiere mich für eine Ausbildung als Heilpraktikerin in der Paracelsus Schule in Rostock. Die Fahrtkosten könnte ich selbst aufbringen, doch die Ausbildungskosten von 194,- Euro ( ges. 7018,92 Euro) sprengen mein Bugett. Die Ausbildung geht über 3 Jahre, immer Samstags und sontags und ist preislich günstiger wie die von Ihnen ins Kursnet gestellte gleiche Ausbildung von 11000,- Euro mit Bildungsgutschein. Meine Frage: Gibt es für mich die Möglichkeit über Ihr Amt diese Ausbildung zu beginnen? Ich verspreche mir eine bis ins Rentenalter hinein lohnende Ausbildung die auch in M/V gefragt ist. Ich müßte aber so schnell wie möglich beginnen, damit der Preis so niedrig bleibt und ich nicht wichtige Fächer verpasse.
    Hochachtungsvoll
    Jacqueline Baumann

  2. .. Ich bräuchte eine Umschulung entweder zur Office Managerin oder Buchhaltung.
    Ich bekomme keine Bewilligung.
    Für einen Kontakt Ihrerseits, würde ich mich sehr freuen. Das was hier geschrieben steht wird mir verweigert.

    Beste Grüße
    Birgitt Oelert

    1. Für eine Umschulung gibt es strenge Vorgaben, die besagen, dass man entweder aus gesundheitlichen Gründen oder aus arbeitsmarktlichen gründen nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten kann. Ist das bei Ihnen der fall?

  3. Was ich hier lese, mit Jobcenter Umschulungen etc.. kann ich nicht bestätigen, ins keinster Weise. Vom JC wurde ich noch gefördert noch weitervermittelt!
    Ausser Schikane kommt vom JC nichts rüber!

    Seit 2005 versuche ich eine Arbeit zu finden. In den Jahren versuchte ich aufgrund mangelhafter Ausbildung zur Bürokauffrau (2. Ausbildung) wenigsten in Buchführung eine Fortbildung vom Jobcenter zu bekommen, wurde abgelehnt!

    Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich als Altenpflegerin (1. Ausbildung) nicht mehr arbeiten , wollte die Zusatzausbildung zur Betreuuerin nach § 87 machen -Ausbildung hätte ca. 2.000 Euro gekostet- .
    Abgelehnt!
    Dort hätte ich sehr schnell eine Anstellung gefunden!!!
    Jobcenter verweigerte mir die Fortbildung, genauos die DRV.

    Bin jetzt 55 Jahre alt, keine Erfahrung im kaufm./verw. Bereich, und aus gesundheitlich im Pflegeberuf nicht mehr tätig sein,
    bekomme keine Umschulung noch Weiter-/Fortbildung.

    Bin verwitwet, keine Kinder, ich weiß mir keinen Rat mehr…zudem bin ich zu 30 % Schwerbehindert und Gleichgestellt.

    Mich stellt keiner mehr ein!!!

    Was soll ich jetzt noch unternehmen?

    Geld für Fortbildung etc. kann ich nicht aufbringen. Bin froh gerade Mal so über die Runden zu kommen.

    Wie sieht es bei mir aus?

    Mit freundlichen Gruß
    M. Boese

    1. Hallo Frau Boese,

      danke für Ihre Schilderungen. Gerade weil Sie so unglückliche Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht haben, denke ich, sollten Sie sich von dritter Seite beraten lassen. Suchen Sie doch eine Sozialberatung / Sozialcafe in Ihrer Stadt auf und lassen Sie sich dort von Sozialarbeitern oder Anwälten für Sozialrecht beraten. Gerade wenn das Jobcenter wenig motiviert erscheint, kann es manchmal hilfreich sein, Druck durch einen Dritten auszuüben.

      Ich bin sehr interessiert an Ihrer Erfahrung auf diesem Weg,
      herzliche Grüße

  4. Hallo, ich bin eine ausgebildete Krankenschwester und Mutter von drei Kindern.
    Da ich aus gesundheitlichen Gründen in meinem Beruf nicht mehr arbeiten kann würde ich gerne zum Erzieherin umschulen.Ich finde den Beruf toll und bin absolut die richtige dafür, ich bin überzeugt davon, dass ich mit Herz und Seele dabei sein werde…..sagt auch mein Umfeld….
    Arbeitsamt hat das sofort abgelegt…..
    Ich arbeite jetzt als Küchenhilfskraft, obwohl ich ausgebildet bin und Abitur abgeschlossen habe.
    Ich sehe für mich keine berufliche Perspektive mehr, obwohl ich erst 41 bin…..

  5. Hallo
    Ich bin seit 25 jahren in der Tourismus branche taetig speziel auf Tauchschulen als Tauchlehrer, Basisleiter und Techniker.
    Weil die Tauchindustrie aber schwer schwaechelt ist es immer schwieriger geworden geeignete jobs zu finden.
    So habe ich mich entschlossen eine Umschulung zum Rettungssanitaeter zu machen.
    Ich bin 50 Jahre alt.
    Habe ich dort eine Chance? Danke fuer Ihre Antwort

    1. Da es sich bei der Ausbildung zum Rettungssanitäter streng genommen um keine Ausbildung handelt sondern um einen mehrwöchigen Lehrgang, sehe ich hier nur die Möglichkeiten über einen Bildungsgutschein zu einer Kostenübernahme zu gelangen. Viel Erfolg!

  6. Hallo, ich (47 Jahre) absolviere zur Zeit eine Ausbildung im telefonischen Kundendialog einer Direktbank. Aufgrund einer Hyperakusis werde ich nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Ich überlege, ob ich evtl. eine Umschulung zur Altenpflegerin machen könnte, wie wären meine Chancen ? Bis jetzt hatte ich noch keinen Kontakt mit dem Job Center.
    Danke schonmal für Ihre Antwort.

    1. Hallo Frau Wagner,

      da Sie ja aus einem anderen beruflichen Bereich, also nicht dem pflegerischen, kommen, wird eine Umschulung nicht so leicht zu kriegen sein. Wie wäre es denn mit einer grundständigen Ausbildung? Es stünde ja auch die Ausbildung zur Altenpflegeherlferin zur Wahl, diese dauert nur 1 Jahr und wird oft dual angeboten. Später können Sie ja die “große” Altenpflegeausbildung noch draufsatteln, wenn sie sich in diesem Bereich wohlfühlen. Viele Grüße!

  7. Sehr geehrte Damen u. Herren,
    in den letztn 20 Jahren war ich als Designermöbellieferant/Montuer tätig. In dieser zeit meiner Tätigkeit hat sich mein Asthma so verschlimmert das ich aus Medizinischer sicht diese Arbeit nicht mehr ausüben darf. Diesen Befund hat auch das Jobcenter vorliegen. Auf Grund dieser Umstände mache eine berufliche Reha finanzirt über die RV. Ich würde gerne eine Umschulung zum Möbelverkäufer machen. jetzt würde ich gern wissen ob das für mich überhaupt noch möblich ist. Diese Umschulung möchte ich gerne in Verbindung mit der beruflichen Reha machen. Für eine klärende Antwort bin ich sehr Dankbar.
    vielen Dank im für Ihre Mühen

    1. Lieber Merlin,

      ich sehe hier nichts, was dagegen spricht. Da eine Umschulung zum Einzelhandelsverkäufer auch nicht allzu lange dauert sehe ich kein Problem. Haben Sie schon mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter gesprochen?

  8. Hallo,
    ich bin “erst” 43 Jahre alt und in der Druck- & Medienbranche tätig. Ursprünglich habe ich eine Druckerausbildung absolviert und aufgrund Allergien mich 1999 entschieden, eine zweijährige Weiterbildung zum Techniker zu machen. Inzwischen sieht es in der Branche so düster aus, dass ich über eine Umschulung nachdenke. Zudem ich 2011 an Krebs erkrankt war und Ende vergangenen Jahres eine Reha aufgrund Überforderung und Depressionen einlegte. Ich hatte bis dahin rund 72 Tage Urlaub und knapp 500 Überstunden auf dem Konto. Im Juli war ich beim Jobcenter und habe meine Sachlage geschildert. Dort wurde mir folgendes gesagt:
    – Ich habe einen vorwiegend im Sitzen ausgeübten Beruf, da gibt es keine anerkannte Krankheit
    – ich muss beweisen, dass es in der Branche schlecht aussieht
    – ich soll entweder zu einem Amtsarzt und/oder Reha beantragen
    Gesagt getan: ich habe mich erkundigt, in meiner Branche werden derzeit 6 Leute in meiner Region gesucht – mein Ziel wäre es, “Fachinformatiker Schwepunkt Anwendungsprogrammierer” zu werden. In dieser Branche werden weit über 600 gesucht. Ich war aufgrund wegen der Überforderung auf Reha und wurde dort zwar arbeitsfähig entlassen, jedoch mit der Diagnose: Angst und Depression.
    Nun war ich wieder beim Jobcenter… dort wurde nun gesagt: “Oh, sie haben eine Reha hinter sich? Dann ist nur noch die Rentenversicherung zuständig. Ich wünsche ihnen viel Erfolg”.
    Ich weiß jetzt echt nicht mehr weiter. Ich hätte sogar ab Juni einen Platz in der Umschulungseinrichtung. Es wird so rauslaufen, dass ich mit Ende 40 auf jeden Fall arbeitslos, und in dieser Branche nicht mehr vermittelbar sein werde.
    Hätte hier jemand einen Tipp, was ich noch machen kann?
    Ich bin für jeden Vorschlag dankbar. Ich will ja arbeiten!

    Viele Grüße, Norbert.

    1. Hallo Norbert,

      das tut mir sehr leid- da haben sie ja tatsächlich eine Odysee hinter sich! Nach meiner Erfahrung ist der Rat des Jobcenters, obwohl ich absolut verstehen kann, dass Sie sich hier langsam vergackeiert vorkommen – richtig, denn nach einer Reha und bei einer Umschulung aus gesundheitslichen Gründen wäre die Rentenversicherung zuständig. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Rentenversicherung oft zugänglicher für die Finanzierung von Umschulungen ist – mein Rat wäre also auf alle Fäle einen Termin mit dem Rentenversicherungsträger auszumachen und bei aufkommenden Problemen hier unbedingt eine juristische Beratung (z.B. durch einen Sozialverein) hinzuziehen. Viel Erfolg und vielleicht gibt es ja noch Tipps von anderen Lesern!

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