Wissensbörsen – für wen stehen sie offen und wie funktionieren sie?

Wissenschaft, Kunst, Politik in sozialer Interaktion

Eine Wissensbörse steht für Menschen aller Altersgruppen offen. Vorwiegend besteht hier die Grundidee, dass Senioren (oder auch bereits Personen ab 50) ihr Wissen mit Jüngeren teilen.

Eine Webseite im Internet bietet den Ausgangspunkt für den sozialen Austausch, der dann unterschiedliche Formen annehmen kann. Nämlich: Einerseits kann es sich um ein rein online geführtes Forum handeln, über welches die Teilnehmer Informationen über Sachinhalte austauschen oder auch über welches Personen des öffentlichen Lebens (Wissenschaft, Politik, Kultur) gelegentlich in einem „Live-Chat“ Frage und Antwort stehen.

Andererseits kann der Internetauftritt einer Wissensbörse erst dazu dienen, dass Treffen vereinbart werden (in der Gruppe oder einzeln). Diese können entweder dazu dienen, Wissensinhalte zu bestimmten Themen in der Diskussionsrunde über einen längeren Zeitraum hinweg zu betrachten und zu diskutieren (etwa einem Universitäts- oder einem VHS-Seminar entsprechend). Oder es handelt sich um die gemeinsame künstlerische (auch musische) Gestaltung; so können sich z. B. Chöre oder auch Projekte des Instrumentalunterrichts auf ehrenamtlicher Basis bilden. Dies geht noch in eine weitere Dimension über: Menschen fügen sich zu Gruppen zwecks erlebnisreicher Freizeitgestaltung zusammen.

Begegnung und Lerninhalte

Eine Wissensbörse ist somit sachthemenorientiert. Berufliche Interna, ein wissenschaftlicher Horizont oder auch die Versiertheit im Umgang mit z. B. dem Internet können von Menschen der Generation „50plus“ an Jüngere weitervermittelt werden – so kann der Lernende hier gezielter Strategien gewahr werden, die ihm ein Vorankommen in eigenen Ausbildungs- oder Fortbildungseinheiten schneller und reibungsloser ermitteln, als dies ohne diesen Wissensvorsprung möglich wäre.

Weiterhin geht es bei einer Wissensbörse um die Pflege kultureller Orientierungen und Interessen. Vom Theaterbesuch bis hin zur gemeinsam verbrachten Kurzreise kann hier das Spektrum der menschlichen Begegnung mit dem Oberthema „Kultur“ zu zweit oder in einer Teilnehmergruppe beachtet und wahrgenommen werden.

Lebenskrisen und Begleitung durch Peer-Gruppen

Auch ist es für Wissensbörsen wichtig, dass sich Teilnehmer in lebenskritischen Situationen begleiten und gegenseitig stützen. Gerade für Menschen ab 50 spielen Themen wie Krankheit oder Tod eine Rolle – die Wissensbörse nimmt hier geradezu die Dimension einer Lebensseelsorge ein, die hier Züge einer Selbsthilfegruppe annimmt.

Dies kann unter Umständen (je nach örtlichen Vereinbarungen) auch die Dimension des praktischen Alltags annehmen: Einkäufe, Fahrgemeinschaften und Handwerksarbeiten können hier im Sinne einer Art „Nachbarschaftshilfe“ (auch über Nachbargrenzen hinweg) organisiert werden.

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