Umschulung zum Berufsschullehrer/ zu Berufsschullehrerin

 

Eine Umschulung zum Berufsschullehrer kommt auch in höherem Alter noch in Betracht.

Berufsschullehrer/innen leisten einen wichtigen Beitrag, denn sie vermitteln Auszubildenden die Theorie des jeweiligen Lerngebiets. Um diese Aufgabe zu erfüllen, benötigen Berufsschullehrer/innen neben einem umfassenden Fachwissen auch ein Gespür für Didaktik und Pädagogik. Sie bringen Begeisterung mit, um einen lehrreichen und unterhaltsamen Unterricht zu gestalten ohne dabei die Wissensvermittlung aus dem Blick zu verlieren.

 

Um diese Punkte zu erfüllen, bereiten Berufsschullehrer/innen den Unterricht gut vor. Dabei muss das Fachwissen didaktisch aufbereitet werden und für die Schülerinnen und Schüler verständlich sein. Neben der Unterrichtsvorbereitung gehört auch die Motivation der Auszubildenden zu den Tätigkeiten eines Berufschullehrers/ einer Berufsschullehrerin. Zudem kreieren sie Klausuren und korrigieren diese.

 

Berufsschulen bieten eine theoretische Ausbildung in bestimmten Fachgebieten. Daher wagen vor allem Akademiker/innen die Neuorientierung als Berufsschullehrer/in. Denn sie verfügen über ein fundiertes Wissen und/ oder über Berufserfahrung. Sie können ihr Wissen optimal an die Auszubildenden weitergeben. Zudem stellt die Tätigkeit als Berufsschullehrer/in einen krisenfesten Job dar, der mit geregelten Arbeitszeiten glänzen kann.

 

Zukunftsaussichten für Berufsschullehrer/ Berufsschullehrerinnen

Die Zukunftsaussichten für Berufsschullehrer/innen variiert je nach Fachrichtung zwischen gut bis sehr gut. Gerade Akademiker/innen mit entsprechender Qualifikation sowie dem Wunsch nach einem Wechsel zur Berufsschule, haben beste Chancen. Dabei spielt neben dem studierten Fach auch die jeweilige Berufserfahrung eine Rolle. Doch generell werden Berufsschullehrer/innen vermehrt gesucht. Die Aussicht auf Anstellung wächst bei qualifizierten Akademiker/innen, die ihr Studium in weniger beliebten Fächern absolviert haben. Gerade in solchen Fächern fehlen Lehrkräfte.

 

Ein zusätzlicher Pluspunkt des Quereinstiegs in die Tätigkeit eines Berufsschullehrers/ einer Berufsschullehrerin ist, dass die Möglichkeit einer Verbeamtung besteht. Dabei würden die Lehrer/innen in den Beamtenstatus erhoben und können von allen Privilegien profitieren, einschließlich einer eventuellen Unkündbarkeit. Die Verbeamtung ist allerdings an eine Altersgrenze gekoppelt. Generell dürfen Quereinsteiger/innen maximal bis zu 45 Jahre alt sein. Jedoch ist diese Grenze abhängig vom Bundesland und kann auch bis zu 50 Jahre betragen.

 

Die Inhalte und Länge der Umschulung

Bei der Umschulung zum Berufsschullehrer / zur Berufsschullehrerin werden vorrangig pädagogische und didaktische Vorgehensweisen thematisiert. Immerhin bringen qualifizierte Akademiker/innen das Fachwissen bereits durch ihr Studium und eine etwaige Berufserfahrung mit. Daher wird bei der Umschulung gezeigt, wie dieses Wissen verständlich aufbereitet und vermittelt werden kann.

 

Dabei wird den angehenden Lehrer/innen gezeigt, welche Formen des Unterrichtes möglich sind und wie die Motivation der Auszubildenden gesteigert werden kann. Allerdings kann es in Schulklassen auch zu Konflikten kommen. Deswegen wird bei der Umschulung auch der Umgang mit Konfliktsituationen erprobt.

 

Die Quereinsteiger/innen bekommen das nötige pädagogische Repertoire unter der Woche in mehrstündigen Kursen beigebracht. Parallel zu der absolvierenden pädagogischen Ergänzung, übernehmen die angehenden Lehrer/innen schon eigene Kurse, erstellen Klausuren und korrigieren diese. Auf diese Weise erlernen Berufsschullehrer/innen Theorie und Praxis. Die Unterrichtszeit beläuft sich in Nordrheinwestfalen auf 15,5 Stunden und in hessischen Berufsschulen sogar auf 20 Stunden.

 

Die Kombination aus Theorie und Praxis ist notwendig, um sich für eine Verbeamtung zu qualifizieren. Ohne pädagogische Nachschulung, werden Berufsschullehrer/innen nicht verbeamtet und können nicht von den zahlreichen Privilegien profitieren.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Berufsschullehrer/ zur Berufsschullehrerin

Für die Umschulung zum Berufsschullehrer / zur Berufsschullehrerinn kommen ausschließlich Akademiker/innen in Frage. Ob Jurist, Mediziner, Informatiker, Physiker, Statistiker, Ingenieur, Anglist oder Pädagoge, für jeden Bereich gibt es eine passende Berufsschule. Dabei ist es wichtig, dass der studierte Bereich nicht auf ein Fach beschränkt ist, sondern auf zwei Fächer ausgedehnt werden kann. Zum Beispiel eignen sich IT-Spezialisten für den Berufsschulbereich Mathematik und Informatik.

 

Gerade Akademiker/innen, die in ihrem eigentlichen Berufsfeld keine Aussicht mehr haben, wagen den Quereinstieg in die Berufsschule. Zudem schulen Akademiker/innen um, die nach der Elternzeit den Wiedereinstieg nicht schaffen oder aus Alters- sowie Wirtschaftsgründen nicht zurück in ihren alten Job finden.

 

Förderung der Umschulung durch das Jobcenter

Für den Quereinstieg zum Berufsschullehrer / zur Berufsschullehrerin ist keine Förderung durch das Jobcenter vorgesehen. Denn die Umschulung ist eine Kombination aus Theorie und Praxis, wodurch die angehenden Lehrer/innen bereits durch ihren Unterricht vergütet werden.

 

Wenn vor dem Quereinstieg bereits pädagogische Weiterbildungen in Anspruch genommen werden, um die Chancen auf eine Einstellung zu erhöhen, können Förderungen wie zum Beispiel die “Bildungsprämie” und der “Bildungsgutschein” genutzt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Die pädagogische Schulung wird landesweit in Programmen und direkt an den Berufsschulen angeboten. Die Programme sind unterschiedlich und variieren je nach Bundesland. Informationen über die Angebote im jeweiligen Bundesland liefert das Schulministerium.

 

Ähnliche Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Für den Quereinstieg als Berufsschullehrer/ zur Berufsschullehrerin kann auch die Möglichkeit eines Fernstudiums genutzt werden. Beispielsweise bietet die Fernuniversität Hagen einen Bachelor- und Masterstudiengang in Bildungswissenschaften an. Der Schwerpunkt liegt dabei auch Medien und e-learning. Weitere nützliche Studiengänge sind die Fachrichtung “Sozialpädagogik” und “Pädagogik der frühen Kindheit”.

 

Für eine pädagogische Tätigkeit an einer Volkshochschule ist das Fernstudium in der Erwachsenenbildung empfehlenswert. Mit dieser Qualifikation ist eine Anstellung ebenfalls im Personalwesen möglich.