Ratgeber Bewerbung und Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmer

Immer mehr Unternehmen machen die Erfahrung, dass es wichtig ist, eine ausgewogene Mischung aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern zu beschäftigen, Empirischen Untersuchungen zufolge wird der Anteil der Arbeitskräfte im Alter zwischen 50 und 64 Jahren von 24 Prozent im Jahr 2008 auf einen Anteil von 32 Prozent im Jahr 2050 steigen.

Gute Chancen also für die älteren Berufstätigen ihren Arbeitsplatz zu sichern oder sich in das Berufsleben wieder neu einzugliedern. Ältere Beschäftigte bringen besondere Qualifikation in das Unternehmen mit und verfügen über ein hohes Fach- und Erfahrungswissen.

Tipps zu Bewerbungen für ältere Arbeitskräfte:Die Berufsplanung

Vor der Bewerbung sollten Sie sich intensiv mit Ihrer Berufsplanung auseinandersetzen, Ihr Profil erkennen und Ihre Ziele finden. Beruf und Arbeit beeinflussen nachhaltig Ihren Lebensablauf und deshalb sollte die zukünftige Arbeitsstelle genauso gut zu Ihnen passen, wie Sie selbst zu Ihrem neuen Arbeitgeber. Stellen Sie sich bei der Berufsplanung die Fragen, welche Arbeitsstelle für Sie am besten geeignet ist und welcher Arbeitgeber Sie Ihrem Berufsziel am nächsten bringt. Checken Sie bei der Planung auch Ihre persönlichen und fachlichen Qualifikationen.
Nach dieser ersten Bestandsaufnahme sollten Sie Ihre beruflichen Ziele formulieren.

In welcher Branche möchten Sie welche Position besetzen und was für einen Lohn oder ein Gehalt erwarten Sie? Nehmen Sie auch die Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei Ihrem neuen Arbeitgeber unter die Lupe und sprechen Sie diese Kriterien auch im Bewerbungsschreiben an.

Profil der persönlichen Eigenschaften

Im Bewerbungsschreiben sollten Sie dem Personalentscheider Ihre individuellen Vorteile unauffällig vermitteln. Berichten Sie Ihm über Ihren Teamgeist, das Durchsetzungsvermögen und Ihre Kreativität und Flexibilität. Stellen Sie die große Erfahrung und Ihre beruflichen Erfolge in den Vordergrund. Auch der Wille zur Lernbereitschaft und eine hohe Selbstständigkeit sind für Personalentscheider immer gute Argumente für eine Einstellung.

Die Vorteile von älteren Arbeitnehmern im Unternehmen

Die Zielgruppe hebt sich mit einigen wichtigen Persönlichkeitsmerkmalen vom Rest der Arbeitssuchenden ab. Gewissenhaftigkeit, eine große Kunden- und Serviceorientierung und eine problemlosere Integrität lassen die Unternehmen von den älteren Beschäftigen profitieren. Für eine berufliche Wiedereingliederung ist das von einer hohen Bedeutung.

Seniorenbildung

Insbesondere ältere Menschen haben oft große Schwierigkeiten, sich wieder am Arbeitsmarkt zu etablieren. Durch die demografische Entwicklung werden sich die Unternehmen aber wieder auf insgesamt ältere Belegschaften einstellen müssen. Mittels der Integration von beruflicher und persönlicher Weiterbildung kann das Leistungspotenzial von älteren Menschen, die wieder zurück in das Berufsleben möchten aber nicht nur erhalten, sondern sogar gesteigert werden. Gute Chancen auf eine Wiedereinstellung haben die Senioren, wenn sich die verschiedenen Formen des Lernens an die künftigen technischen und organisatorischen Entwicklungen orientieren. Die lernfördernden Maßnahmen und die berufliche Weiterbildung im höheren Alter können das Leistungsvermögen von Arbeitssuchenden optimieren.

Bildungsmöglichkeiten für Senioren

Das Seniorenstudium ist eine besondere Form der Altersbildung. Immer mehr Hochschulen bieten auch den älteren Menschen die Gelegenheit, ihre Gehirnzellen zu trainieren und Vorlesungen zu besuchen. Eine Alternative zu dieser Möglichkeit ist das Fernstudium. Hier können Sie den Lernstoff aus den nach Hause geschickten Unterrichtsmaterialien als aktiver Senior auch auf dem Sofa bearbeiten.

Nutzen Sie die Bildungsmöglichkeiten im Alter auch bei Fortbildungen von speziellen Veranstaltern. Machen Sie sich fit für das digitale Zeitalter und belegen Sie zum Beispiel einen Computerkurs.

Ebenfalls sind die diversen Kurse an den Volkshochschulen sinnvolle Bildungsmöglichkeiten für ältere Menschen. Mit der richtigen Motivation, den netten Kollegen und qualifizierten Lehrern kann man eine Menge lernen.
Wer sich als älterer Arbeitssuchender wieder aktiv in das Berufsleben eingliedern möchte, sollte nach den Angeboten der Seniorenbildung gezielt Ausschau halten. Das Angebot ist mannigfaltig und es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Harald Hahn, 54, Qualitätsmanagementbeauftragter bei einem großen Zulieferer zur Automobilindustrie und Mitverantwortlicher bei Personalentscheidungen.

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Ratgeber zum Thema gutes Benehmen und Umgangsformen von Reinhard Jänsch

Ratgeber von Karin D. zum Thema Computer und Internet


1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Hahn,
    Ich fühle mich noch nicht als “Senior”! Longlife lerning ist für mich keine Phrase sondern ich setzte es nach meiner Krankheit (20 Jahre im Beruf)in die Tat um. Konsequent. Ich bin nicht im “Seniorenstudium” sondern studiere mit anderen Frauen und Männern mit – ganz normal. Auch dass ist möglich – Allerdings sehr schwer hier in Deutschland. Denn hier ist man ja schon alt wenn man 50 ist. Gefördert werde ich auch nicht und das ist mein Problem. Da ich noch 2 Kinder zu versorgen habe und ich trotzdem studiere werden mir ganz schön viele “Knüppel” in den Weg gelegt. Ich bekomme Keine finanzielle Unterstützung und muss von den 500 Euro Bafög leben. Und die Vorzüge die die normalen “Studies” haben, darf ich gar nicht nutzen – weil ich so Alt bin !!Sogar die Krankenversicherung muss ich davon bezahlen. Ich weiß auch nicht wie lange ich es unter diesen Umständen noch schaffe, denn ich fühle mich mittlerweile “abgewirtschaftet”, weil ich schon 50 bin und studiere um die restlichen 17 Jahre meines Lebens gesund in meinem Beruf mit Hochschulabschluss arbeiten zu können.

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