Reguläre Uni oder spezielle Uni für Senioren?

Exclamation and Question Mark IconWas ist die Universität für Senioren?

Am 17. August 2006 öffnete die erste Universität für Senioren ihre Pforten in Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen. Zielgruppe sind die Senioren 60+. Die Uni für Senioren bietet dabei ein eigens konzipiertes Studium Generale.

Postuliert wird, dass SeniorInnen mit der Uni für Senioren eine bessere Lernumgebung bekommen, weil, so die Annahme, das Studieren von Alt und Jung nebeneinander doch Konfliktpotenzial birgt. Die Einrichtung in Bad Meinberg versteht dabei unter einem Studium Generale ein interdisziplinäres Nebeneinander von verschiedenen Fächern – im Prinzip genau das, was Senioren sich am meisten an einer Hochschule wünschen.

Kosten und Vor- und Nachteile

Ins Gewicht fallen allerdings die Kosten. 1.200 Euro muss der interessierte Student jährlich dafür bezahlen. Die Teilnehmerzahl pro Semester ist auf 30 beschränkt. Initiator und Träger des Projekts ist das Europäische Zentrum für universitäre Studien der Senioren (EZUS), das wiederum mit der Universität Bielefeld in Verbindung steht. Neu wurde 2007 auch ein Studiengang „Senior Consultant“ eingeführt.

Berufliche Erfahrung in Kombination mit diesem Studiengang soll Absolventen als Honorarkraft für kleinere Unternehmer attraktiv machen. Ziel ist es, ältere Menschen wieder verstärkt als potenzielle Ressourcen im Berufsleben zu reaktivieren und zu integrieren. Es handelt sich also um ein Konzept, das auf die Bedürfnisse älterer Studierende zugeschnitten ist, denn die Vermittlung einer vertiefenden Allgemeinbildung wird häufig von SeniorInnen gewünscht.

Auch der Studiengang „Senior Consultant“ mag für ältere Semester, die weiter im Berufsleben präsent sein wollen, ein Anreiz sein. Zu bemängeln ist allerdings, dass sich die Uni für Senioren an die Generation 60+ wendet, während die Zielgruppe 50+ eher in den Arbeitsmarkt integrierbar ist. Wird betont, dass die Uni für Senioren die Reibereien zwischen älteren und jüngeren Studenten umgeht, so muss auch berücksichtigt werden, dass sich gerade Menschen fortgeschrittenen Alters Kontakt mit Jüngeren explizit wünschen.

An der Uni für Senioren sind sie jedoch nur unter sich – dies birgt Vor- und Nachteile. Ob nun reguläre Hochschule oder Uni für Senioren – was attraktiv ist, muss jeder einzelne für sich klären. Kontaktmöglichkeiten und die Vielfalt der Universität einerseits, ein interessanter (aber auch sehr spezieller) Studiengang und ein zugeschnittenes (und beliebtes) Studium Generale andererseits: Die Frage ist, wo der einzelne die Prioritäten legt.

Da ältere Menschen eher den Austausch und auch die Inspiration durch den Kontakt mit anderen brauchen und suchen, ist wohl doch die allgemeine Uni vorzuziehen – vorbehaltlich der Wunschvorstellungen des einzelnen. Vielleicht empfiehlt sich einfach ein Schnupperkurs sowohl an einer allgemeinen Universität als auch an der Uni für Senioren, um eine letzte Entscheidung fällen zu können.

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