Seniorenstudium in Musik

SeniorenstudiumDie schönen Künste faszinieren uns. Oft wird der Alltag von Hektik und Stress bestimmt. Die eigene Empfindungswelt, die eigene Kreativität kommen zu kurz. Musik, gehört oder selbst praktiziert, begleitet uns ein Leben lang.

Wie schön, wenn man im Alter die Möglichkeit findet, sich intensiver mit musikalischen Themen zu befassen. Zum einen kann die gezielte Beschäftigung mit Musik vom Rezipieren, vom Hören und Aufnehmen von Musikstücken ausgehen. Manche Musikstücke begleiten uns ein Leben lang, sind mit den eigenen Erfahrungen, Erlebnissen verwoben. Man möchte nun irgendwann mehr erfahren über historische Einordnungen, die Entwicklung innerhalb der Epochen, Stilrichtungen. Hier empfiehlt sich ein Seniorenstudium in Musikwissenschaft.

Erschließen Sie sich den tieferen Sinn alter Werke

Wesen, Entwicklung und Wirkung der Musik sind Gegenstand der Musikwissenschaft und Musikforschung und werden in ihren einzelnen Teilgebieten untersucht: Musikgeschichte, Musikästhetik, Musiktheorie, Akustik, Tonphysiologie und -psychologie, systematische Musikwissenschaft bzw. Historische Musikwissenschaft, Musikethnologie bzw. Vergleichende Musikwissenschaft sowie Musiksoziologie ergeben in ihrem Zusammenwirken das musikwissenschaftliche Gesamtbild.

Stilgeschichtliche und kulturphilosophische Paradigmen ermöglichen eine Einordnung und Bestimmung der Werke unter geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Aspekten. So erschließen sich durch die theoretische Auseinandersetzung und Reflexion wiederum neue Perspektiven beim Hören, Verstehen und Erspüren des tieferen Sinns musikalischer Werke. Ein besonderer Studienbereich ist die Musikpädagogik. Hier ergänzen sich musiktheoretische, pädagogische und praktisch angewandte Anteile.

Erkenntnisse dieses Studiums lassen sich sowohl privat, ehrenamtlich als auch beruflich anwenden. Das Weitergeben musischer Begeisterung an Jüngere wie Ältere kann für Menschen über 50 auch im aktiven Berufsleben oder in einer beruflichen Neuorientierung eine lohnenswerte Aufgabe sein. Musikalische Grundkenntnisse und Begabung, eine Neigung zur Pädagogik, also zum Umgang mit jüngeren oder auch älteren Menschen, sollten vorhanden sein.

Ausdauer ist vonnöten

Ein Seniorenstudium in Musik ist aber nicht nur unter rezeptivem Aspekt möglich. Die Anforderungen des Alltags hinderten am Erlernen eines Instruments bzw. am Erweitern sowie Festigen der Kenntnisse, am Ausbilden der eigenen Stimme? Jetzt wäre Zeit für’s tägliche Üben, intensivere Beschäftigen mit musikalischer Praxis, eventuell sogar zum gemeinsamen Musizieren mit anderen? Oder man hat sein Leben lang musiziert, doch der Beruf verdrängte die Liebe zur Musik? Musik-, Gesangs- wie auch Instrumentalunterricht lassen sich in jedem Alter nehmen. Liebe zur Musik, Musikalität, der Wille zum Üben sollten vorhanden sein.

Soll die lebenslang geübte Instrumentalmusik in einem Studium vertieft werden, gibt es auch diese Möglichkeit, denn viele Hochschulen ermöglichen heute auch Senioren ein Musikstudium. Wer ein solches direktes Studium an einer Musikhochschule anstrebt, muß zunächst eine Eignungsprüfung bestehen. Ist dieses Auswahlverfahren positiv durchlaufen, so steht einer Aufnahme des Studiums nichts mehr im Wege. Allerdings ist die Zahl der Bewerber für die jeweils begrenzten Studienplätze sehr hoch und die Anforderungen der Prüfungen sind nicht gering. Doch wer die Herausforderung sucht, für den mag ein solcher Weg genau der richtige sein.

Abschlüsse

Auf Grundlage der geforderten Leistungsnachweise sowie einer selbständig zu erstellenden Abschlussarbeit kann ein Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss des Seniorenstudiums in Musikgeschichte erworben werden. Bei einer Gasthörerschaft wird kein Abschluß abgelegt. Im Rahmen eines explizit auf Senioren ausgelegten Studiengangs können Zertifikate erworben werden. Bei einem Studium der Musikpädagogik sollten vorab die genauen Prüfungsanforderungen für einen staatlich anerkannten Abschluß erfragt werden.

Die Voraussetzungen für den Abschluß eines Gesangs- oder Instrumentalstudiums sind mit der entsprechenden Hochschule abzuklären, da hier weniger schriftliche Hausarbeiten als die künstlerische Arbeit an sich für das erfolgreiche Absolvieren des Studienganges ausschlaggebend sind.

Es empfiehlt sich, detaillierte Auskünfte direkt bei der gewünschten Universität oder Hochschule einzuholen; das dortige Studienbüro gibt exakt Auskunft zum Prozedere, möglichen Abschlüssen und eventuellen Kosten. Bei privaten Instituten empfiehlt es sich, vorab eine genaue Kalkulation einzuholen.

Studienorte für ein Seniorenstudium im Bereich Musik

Viele Universitäten bieten den Studiengang Musikwissenschaft/ Musikgeschichte speziell für Ältere als Seniorenstudium an. An allen Universitäten und Hochschulen ist zudem eine Gasthörerschaft möglich. Auch ein Fernstudium bietet sich unter Umständen an. Bei einem Musikpädagogikstudium sollte man sich, so man einen anerkannten Abschluß anstrebt, vorab nach den genauen Regelungen erkundigen. Für Eignungsprüfungen an Musikhochschulen kann man sich innerhalb der entsprechend vorgegebenen Zeiträume anmelden.

Berlin – Freie Universität

Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften Seminar für Musikwissenschaft Koserstraße 20 14195 Berlin Telefon: (030) 838-538 00 Telefax: (030) 838-538 10 E-Mail: khi@zedat.fu-berlin.de

Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft

Musikwissenschaft Am Kupfergraben 5 Postanschrift: Unter den Linden 6 10099 Berlin Telefon:+49-30-2093 2917 Fax: +49-30-2093 2183

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

FB 07 Geschichts- und Kulturwissenschaften Musikwissenschaftliches Institut Philosophicum Jakob-Welder-Weg 18 55128 Mainz

Universität Mannheim

Dezernat II Gasthörer- und Seniorenstudium Organisation und Koordination Dipl. Volksw. Doris Lechner L 1, 1 (Raum 160) 68131 Mannheim Telefon +49 / (0)621 / 181-1166 Telefax +49 / (0)621 / 181-1161

Universität der Künste Berlin (UdK)

Pädagogische Ausbildung (ehemals Diplom-Musikerziehung) Fakultät Musik Postfach 12 05 44 D-10595 Berlin Telefonzentrale: (030) 3185-0

Kontakt – Studium Universität der Künste Berlin

Allgemeine Studienberatung Telelefon: (030) 3185-2204 Fax (030): 3185-2713 E-Mail: beratung@udk-berlin.de

2 Kommentare

  1. Ich suche eine Möglichkeit um mich am Klavier weiterzubilden
    auf ernsthafte Weise (habe schon etwa 12 Jahre Klavier
    gelernt) Ich wohne in Köln, bin aber auch
    bereit woanders zu gehen. Ich habe versucht mit Privat-
    unterricht, es war aber nicht zufriedenstellend. Bin schon
    über 70, und würde sehr gerne meine Musikkenntnisse
    vertiefen. Ich wäre dankbar für eine Beratung.
    Mit freundlichen Grüssen, Anne Diener

  2. Ich bin 44 und habe bislang Posaune, Tenorhorn, Trompete, Orgel, E-Bass, Schlagzeug und Tuba u.a. gespielt, habe noch vor, Saxophon zu lernen. Habe mit Atari und Notator komponiert und für Blasmusik arrangiert und Mulitrackaufnahmen gemacht. Vor einiger Zeit “Dirigigierversuche” in einer “Blaskapelle” gestartet. Ich bin, mit kleinen Ausnahmen, schon lange ohne Job. Habe kein Geld. Musiktheoretisch habe ich noch einiges zu tun. Fachhochschulreife ist vorhanden. Mich würde interessieren, Komposition, Arrangement und Dirigat zu studieren. Aber wie?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.