Seniorenstudium in Jura

SeniorenstudiumDie meisten Menschen glauben, dass im Alter die geistige Leistungsfähigkeit nicht mehr ausreicht, um an einer Hochschule studieren zu können. Dass diese Einschätzung fehlerhaft ist, beweist jährlich eine steigende Zahl an Gasthörern an den Universitäten, welche mit grauen Haaren und typischer Seniorenkleidung aus der Masse der jungen Leute hervorstechen.

Ein mögliches Ziel ist dabei die Juristische Fakultät der Universität, an welcher die Senioren ein Seniorenstudium in Jura ableisten können. Warum Jura ein interessantes Fach für Senioren ist und was beim Eintritt in die Hochschulwelt von Senioren beachtet werden muss, wird im Folgenden erläutert.


Das Fach Rechtswissenschaften

Bei vielen jungen Menschen steht das Jurastudium hoch im Kurs. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein, einige Menschen schätzen daran die Auseinandersetzung mit Recht und Unrecht, andere die Tatsache an der Gerechtigkeit mitzuwirken oder aber einfach aus dem Grund, weil viele Anwälte später auch gut bezahlt werden. Insbesondere der letzte Punkt ist für ältere Menschen kein Grund, wenn diese ihr Berufsleben schon hinter sich haben.

Das Jurastudium beschäftigt sich mit Rechts- und Gesellschaftsfragen und beinhaltet vor allem viel Textarbeit. Darauf müssen sich Studenten von Beginn an einstellen. Zu Beginn werden die Grundlagen der Rechtswissenschaften gelehrt, die fundamentalen Grundsätze des geltenden Rechts werden behandelt wie auch der Umgang mit den Gesetzestexten. Erst nach diesem Grundstudium vertiefen sich die Jurastudenten in ihre Fachbereiche wie beispielsweise dem Wirtschaftsrecht, dem Strafrecht oder dem Steuerrecht.

 

Jura für Senioren

Nicht nur für junge Menschen ist ein Studium der Rechtswissenschaften interessant. Auch Senioren interessieren sich sehr für die gesellschaftlichen und rechtlichen Fragestellungen in dieser Disziplin.

Damit auch die Senioren an diesen spannenden Fragen teilhaben können und Wissen erwerben können, haben einige Universitäten ein Seniorenstudium in Jura eingerichtet. Zu nennen sind hier die beiden Universitäten in Marburg und in Mannheim, an deren Programm zum Seniorenstudium auch die Fakultäten für Rechtswissenschaft teilnehmen.

In beiden Fällen bieten die Fakultäten ein begrenztes Angebot an Vorlesungen aus dem regulären Betrieb an, welche von den Senioren zusammen mit den jüngeren Studenten besucht werden können. Darüber hinaus werden seniorenspezifische Seminare angeboten, welche nicht nur aus dem Jurabereich stammen.

Eine weitere Universität mit einem Seniorenstudium ist die Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Das Angebot ist allerdings anders strukturiert als bei den anderen beiden Universitäten. Senioren haben hier die Wahl zwischen einem Seniorenstudium im Rahmen eines Gasthörerstatus oder durch die Vorlage einer allgemeinen Hochschulberechtigung.

Im ersten Fall können die Senioren wie an den anderen Universitäten versuchen an jeder Veranstaltung teilzunehmen, die ihnen gefällt. Dafür müssen sie allerdings vorher die Erlaubnis des jeweiligen Dozenten einholen. Sind keine Plätze mehr vorhanden, haben die jüngeren Studenten Vorrang. Im zweiten Fall allerdings sind die Senioren gleichberechtigte Studenten. Sie haben einen Stundenplan, müssen Prüfungen schreiben und eine Abschlussarbeit schreiben. Schlussendlich erlangen sie durch diesen Einsatz einen akademischen Grad. Die Möglichkeit dieses Studiums besteht allerdings nur für zulassungsfreie Studiengänge. Ob das Jurastudium aktuell auch dabei vertreten ist, muss auf der Webseite der Hochschule vor der Immatrikulation abgefragt werden.


Zulassungsvoraussetzungen für Senioren

Inwiefern eine Zulassungsvoraussetzung für ein Seniorenstudium existiert, hängt von der Hochschule und vom Status der älteren Studenten ab. Ist es wie im Falle der Universität des Saarlandes ein vollwertiges Studium, bei dem am Ende ein akademischer Grad steht, dann gibt es auch eine Zulassungsvoraussetzung in Form der allgemeinen Hochschulreife.
Wird nach dem Seniorenstudium kein akademischer Grad verliehen, dann steht dieser Art des Studiums allen Menschen offen, welche ein Interesse daran haben.

Eine allgemeine Hochschulreife wird nicht benötigt, auch gibt es keine generelle Zulassungsbeschränkung. Beschränkt ist die Zulassung allerdings auf die jeweiligen Veranstaltungen, die sich die Senioren heraussuchen. Die Beschränkung legt jeder Dozent selbst fest oder wird im Rahmen des Seniorenstudienprogramms von der Universität für ausgewählte Veranstaltungen festgelegt. Entsprechende Informationen müssen die Senioren bei der jeweiligen Hochschule und den Dozenten einholen.


Kosten für ein Seniorenstudium

Für die Bildung im dritten Lebensabschnitt müssen die Senioren auch Gebühren bezahlen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass die Kosten überschaubar sind.

An der Universität des Saarlandes bezahlen Gasthörer einen Betrag zwischen 60 und 90 Euro pro Semester, bei einer vollwertigen Immatrikulation werden circa 180 Euro Semesterbeitrag fällig.
Auch in Mannheim und in Marburg sind die Kosten nicht viel höher, wenn ein Seniorenstudium durchgeführt wird. Pro Semester sind es hier 125 beziehungsweise 100 Euro, welche als Semesterbeiträge abgegeben werden müssen. Auch für Senioren mit kleinen Renten gibt es sozialverträgliche Lösungen. Die Gebühren können erlassen werden, wenn eine Form der sozialen Härte vorliegt, wie beispielsweise ein geringes Einkommen durch eine niedrige Rente.

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