Seniorenstudium in Archäologie

SeniorenstudiumWer heutzutage an das Ende seines Berufslebens angelangt ist, ist in der Regel noch lange nicht am Ende seines Lebens. Die wachsende Zahl der Senioren verändert das Bild der Gesellschaft und dabei auch das Bild der Hochschulen.

Immer mehr ältere Menschen interessieren sich noch im hohen Alter für Wissenschaft und Bildung, oftmals auch in den Disziplinen, mit denen die jüngeren Generationen nicht mehr soviel anfangen können. Ein solches Fach ist die Archäologie, welche die materiellen Hinterlassenschaften längst vergangener Generationen erforscht. Inwiefern ein solches Studium interessant für Senioren sein kann und was diese dabei beachten sollten, wird im Folgenden dargestellt.


Archäologie studieren

Ein Studium der Archäologie ist immer eng verknüpft mit einem Studium der Altertumswissenschaften.

Es gibt zwar auch eine neuzeitliche Archäologie, die sich beispielsweise mit der Erforschung der Geschichte bis hin zum 2. Weltkrieg beschäftigt, aber der Großteil der Studiengänge in Archäologie behandelt in erster Linie das Altertum. Entsprechend werden in den ersten Semestern vor allem die Grundlagen der Geschichte in dieser Zeit aufgearbeitet. Anschließend und teilweise auch parallel werden die Studenten in den Ausgrabungstechniken geschult, wobei dies vor allem praktisch in Praktika und bei Ausgrabungen passiert. Je nach Universität ist dabei der Praxis- oder Theorieteil stärker ausgeprägt.


Archäologie für Senioren

Wer heutzutage Archäologie studiert, muss eine große Leidenschaft für diese Wissenschaft haben.

Aus monetären Gründen oder weil es ein einfaches Studium wäre, ist kein Grund zur Aufnahme eines Archäologiestudiums. So verwundert es auch nicht, dass eher ältere Semester einen Bezug zu diesem Studium finden. Gerade Senioren haben im Laufe ihrer Lebensjahre ein persönliches Interesse an den Altertumswissenschaften gefunden und wollen dieses Interesse gerne mit wissenschaftlichem Hintergrund füllen. Dieses Interesse kann schon ein ganzes Leben lang existiert haben, nur musste früher etwas anderes gelernt werden, was einen besseren Lebensunterhalt sicherte. Oder das Interesse ist erst im Laufe der Jahrzehnte gewachsen, beispielsweise durch ausgeführte Reisen in Länder, die für die Altertumswissenschaften sehr interessant sind.

Studiert werden kann Archäologie von Senioren an vielen Universitäten, ein Seniorenstudium in Archäologie ist aber nicht überall möglich. Ein Seniorenstudium bezeichnet dabei ein Studium, welches ein Angebot zugeschnitten für Senioren bereithält, zumeist in Verbindung mit Veranstaltungen des regulären Universitätsbetriebs mit den jüngeren Studenten.

Die Senioren befinden sich dabei in einem Gasthörerstatus, sprich sie nehmen nur an den Vorlesungen teil, führen aber keine Prüfungen durch. Dieses Angebot richtet sich an Senioren, die keinen großen Wert auf einen Universitätsabschluss legen, allerdings gerne an wissenschaftlicher Bildung mit teilnehmen wollen.

Angeboten wird ein Seniorenstudium in Archäologie beispielsweise an der Universität Mannheim. Neben dem Angebot aus der Fakultät für Archäologie haben Senioren des Weiteren die Möglichkeit hier weitere Veranstaltungen der Universität im Rahmen des Studium Generale oder des Projekts „Alter lernt und forscht“ zu besuchen.


Zulassungsvoraussetzungen für das Seniorenstudium

Aufgrund der Tatsache, dass im Seniorenstudium kein Abschluss erworben werden kann und keine Prüfungen abgelegt werden, benötigen die Teilnehmer auch keine bestimmten Zulassungsvoraussetzungen wie etwa eine allgemeine Hochschulreife.

Die Teilnahme ist für jeden Menschen offen, der ein Interesse an Bildung hat. Dies trifft auch für den Gasthörerstatus zu. Falls Universitäten kein Seniorenstudium in Archäologie anbieten, können sich Senioren dennoch als Gasthörer einschreiben lassen und an den Veranstaltungen teilnehmen. Im Gegensatz zu den fest definierten Veranstaltungen im Seniorenstudium gibt es beim Gasthörerstudium allerdings keine eingetragenen Veranstaltungen. Die Studenten mit diesem Status müssen sich selbst um einen Platz bei den Veranstaltungen kümmern, welcher zuerst einmal für die ordentlich eingeschriebenen Studenten vorgesehen ist.

Nur wenn noch Plätze frei sind und der Dozent der Teilnahme zustimmt, kann die Veranstaltung auch besucht werden. Von dieser Praxis sollten sich Senioren aber nicht abschrecken lassen, denn viele Dozenten sehen gerne ältere Teilnehmer in ihren Kursen. Im Gegensatz zu vielen jungen Studenten haben die älteren Semester ein wirkliches Interesse an dem spezifischen Stoff und sitzen nicht nur für den Abschluss in der Vorlesung.


Das kostet ein Studium im Alter

Beim Thema Studieren kommt früher oder später auch die Frage nach den Kosten auf.

Für viele jüngere Menschen sind die Kosten für ein Studium nach wie vor ein wesentlicher Grund um nicht mit dem Studium anzufangen. Bei Senioren sieht die Kostensituation wesentlich entspannter aus, nicht nur weil in der Regel ein Einkommen aus beispielsweise Rentenzahlungen existiert. Auch die Kosten für das Seniorenstudium sind geringer, in der Universität Mannheim beispielsweise zahlen Senioren 125 Euro pro Semester für ein Seniorenstudium.

Auch andere Hochschulen verlangen nicht viel mehr für ein Seniorenstudium beziehungsweise beim Gasthörerstudium. Allerdings erhalten Senioren dann auch kein Studententicket für den Öffentlichen Personennahverkehr, der oftmals den Hauptteil der Kosten beim Semesterbeitrag ausmacht.

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