Umschulung zur Pflegefachkraft

Wählen Sie einen Beruf, der wirklich wichtig ist.

Pflegefachkräfte sind das Rückgrat vieler Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen. Ihre Hauptaufgabe ist die angemessene Betreuung von Patienten gemäß ihres gesundheitlichen Zustands, daher zählt die Tätigkeit zu den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen. Die Pflegekräfte arbeiten nach der Umschulung eng mit dem restlichen medizinischen Personal zusammen und müssen entsprechende Schulungen durchlaufen, ihre Aufgabe ist auch, kritische Gesundheitszustände zu erkennen und sofort zu reagieren.

 

Die Aussichten für Pflegefachkräfte auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt

In Deutschland sind die beruflichen Aussichten für Pflegekräfte in den kommenden Jahren überaus positiv zu bewerten. Durch die demographische Verschiebung des Durchschnittsalters hin zu mehr Senioren in der Gesellschaft werden immer mehr qualifizierte Angestellte benötigt, um diese Senioren zu betreuen. Viele Einrichtungen haben bereits jetzt einen eklatanten Mangel an Pflegekräften, da sie kein geeignetes Personal finden können, deswegen wird bereits auf Bundesebene von einem “Fachkräftemangel im Pflege- und Gesundheitsbereich” gesprochen. Als Folge sollen die Stellen deutlich aufgestockt werden, damit die notwendigen Betreuungsschlüssel in Altersheimen, ambulanten Betreuungsdiensten etc. gewährleistet werden können.

 

Die Voraussetzungen für eine Umschulung zur Pflegefachkraft

Wer eine zweite Ausbildung oder Umschulung zur Pflegekraft durchlaufen möchte, sollte einige charakterliche Eigenschaften mitbringen, da der Job anspruchsvoll ist und eine große Verantwortung mit sich bringt.

 

Die persönlichen Voraussetzungen

Zukünfte Pflegekräfte brauchen vor allem ein hohes Maß an Belastbarkeit, um die Ausbildung das folgende Berufsleben meistern zu können. Durch das Schichtsystem, das bei einem pflegerischen Beruf nicht zu vermeiden ist, kommt es oft zu Arbeitszeiten an Wochenenden und Feiertagen. Das kann vor allem für junge Familien zu einer Belastung werden, wenn die Betreuung eigener Kinder zusätzlich gelöst werden muss. Außerdem sollten für die Umschulung folgende Charaktereigenschaften vorhanden sein:

  • absolute Zuverlässigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein
  • Geduld im Umgang mit schwierigen Patienten und stressigen Alltagssituationen
  • Einfühlungsvermögen und Empathie
  • keine Scheu vor Körperkontakt mit Pflegebedürftigen
  • starkes Engagement und hohe Motivation, um auch demotivierende Erlebnisse zu überwinden
  • psychische Stabilität, um eventuell aufwühlende Erlebnisse wie Todesfälle mit ausreichender Distanz verarbeiten zu können

 

Die fachlichen Voraussetzungen

Wer eine Umschulung zur Pflegefachkraft absolvieren möchte, braucht mindestens einen mittleren Schulabschluss (Realschule oder Hauptschule mit anschließender Schulbildung, die insgesamt 10 Jahre beinhaltet). Dazu kommen gute Deutschkenntnisse, um eine reibungslose Kommunikation mit Kollegen und vor allem den Patienten zu gewährleisten. Ausländische Bewerber für eine Weiterbildung zur Pflegefachkraft können diese Kenntnisse mittels eines Sprachtests nachweisen, Voraussetzung ist mindestens das Niveau B2 des Europäischen Referenzrahmens.

 

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft im Rahmen eines Quereinstiegs

Quereinsteiger absolvieren eine reguläre Ausbildung gemäß der Länder- und Bundesvorschriften bezüglich der Gesundheitsberufe. Der Begriff Pflegefachkraft ist staatlich geschützt und darf daher nur mit einem entsprechenden Ausbildungsabschluss geführt werden. Personen, die bereits im Rahmen einer Erstausbildung oder mehrjähriger Berufserfahrung im medizinischen Bereich tätig waren, können möglicherweise auf Antrag die Ausbildung verkürzen.

Alle Quereinsteiger durchlaufen entweder die reguläre dreijährige Ausbildung, die auf dualen Strukturen basiert. Hier werden Theorie und Praxis auf dem Stundenplan vereint, sie wechseln sich regelmäßig ab. Nach den drei Jahren wird eine standardisierte Abschlussprüfung abgehalten, nach deren Bestehen dürfen sich die Absolventen nun “geprüfte Pflegefachkraft” nennen.

Die zweite Möglichkeit ist eine rein schulische Ausbildung mit einer Dauer von zwei Jahren, an die allerdings verpflichtend ein Praktikum angeschlossen wird. Dieses dauert mehrere Monate, am Ende steht – wie beim dualen Modell – eine Abschlussprüfung.

 

Wo können die notwendigen Kenntnisse für die Umschulung erlangt werden?

Es gibt bundesweite viele Anbieter für Umschulungen oder Zweitausbildungen zur Pflegefachkraft. Diese müssen staatlich anerkannt sein, da sonst die erlangten Kenntnisse nicht offiziell akkreditiert sind. Beispiele für die Anbieter solcher Umschulungen und Qualifizierungen sind:

  • Malteser Berufsfachschule für Pflegekräfte in Duderstadt, Niedersachsen
  • Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Landshut, Bayern
  • WBS Berufsfachschule für Sozialwesen in Chemnitz, Sachsen
  • Renafan Berufsfachschule für Pflege in Berlin

 

Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten während der Ausbildung

Während der zwei- und dreijährigen Ausbildung gelten dieselben Voraussetzungen wie für reguläre Azubis. Da kein ausreichendes Gehalt während der Praxis- und Theoriephasen in der Ausbildung gezahlt wird, kann entweder ein Bildungskredit oder Ausbildungs-Bafög beantragt werden. Bei einer Zweitausbildung wird das Bafög in der Regel auch bei finanzstarkem Familienhintergrund bewilligt, da die Eltern in diesem Fall nicht mehr zahlungspflichtig sind.
Beachtet werden sollte, dass die rein schulischen Ausbildungen oft von privaten Anbietern ausgerichtet werden, die Gebühren verlangen. Diese müssen in die allgemeinen Kosten miteingerechnet werden.

Während einer Phase der Arbeitslosigkeit kann ebenfalls eine Umschulung oder Zweitausbildung absolviert werden: Mit einem Bildungsgutschein übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Kosten für die Ausbildung, dazu kommt die Sicherung des Lebensunterhaltes während dieser Zeit.

 

Das Gehalt von Pflegefachkräften nach Abschluss der Qualifizierung oder Umschulung

Das durchschnittliche Gehalt von Pflegefachkräften ist laut gängiger Meinung der Verantwortung und den Anforderungen dieses Berufs nicht angemessen. Bei privaten Trägern, wie z. B. Caritas oder Malteser, liegen die Gehälter beim Berufseinstieg etwas höher, bei staatlichen Einrichtungen wird – abhängig vom Bundesland – nach Tarif bezahlt. Das Durchschnittsgehalt der Pflegekräfte lag 2017 bei 2200,- bis 2500,- € pro Monat, dabei ergaben sich starke Schwankungen hinsichtlich der Region (Stadt/ Land).

Durch freiwillige Weiterbildungen bzw. Zusatzqualifikationen kann das Gehalt im Lauf der Jahre steigen, gemeinhin gilt wie bei anderen Berufen auch, dass erfahrenere Pflegekräfte mehr verdienen.