Neugierig bleiben! Seniorenstudium in Geschichte

SeniorenstudiumNoch nie waren Menschen im Seniorenalter so fit wie die derzeitige Generation an Senioren. Diese Generation gibt sich im letzten Lebensabschnitt nicht mehr nur noch mit leichten Aktivitäten zufrieden, sondern gestaltet aktiv ihren Lebensabend.

Unter aktiver Beteiligung am Leben verstehen einige Senioren auch die Rückkehr oder den ersten Besuch an die Universität. Auch wenn die Motivation verschieden ist, erfüllen sich viele Senioren damit einen Traum, wenn sie ein Seniorenstudium in Geschichte beginnen. Welche Besonderheiten ein Studium im höheren Alter mit sich bringt und welche Universitäten für ältere Semester mit Interesse am Geschichtsstudium interessant sind, wird im Folgenden näher betrachtet.

 

Motivation für ein Studium in Geschichte

Sich im fortgeschrittenen Alter noch einmal die Qualen eines Studiums auszusetzen, dazu gehört neben Disziplin vor allem eine sehr hohe Motivation. Diese beziehen die rüstigen Senioren in der Regel aus ihrer persönlichen Geschichte. Bereits erfahrene Akademiker, die nun nach mehr als 30 Jahren wieder an die Hochschule zurückkehren, wählen das Seniorenstudium in Geschichte oftmals aus dem Grund, dass es ihre eigentliche Leidenschaft ist.

Damals allerdings wurde die Entscheidung bei der Studienwahl zugunsten des Berufes mit den besseren Verdienstmöglichkeiten gewählt, beispielsweise Ingenieurwesen, Medizin oder Wirtschaftswissenschaften. Ebenfalls eine Leidenschaft für Geschichte haben Senioren, die nun zum ersten Mal eine Hochschule besuchen. Allerdings haben diese eine andere Vergangenheit, in welcher sie beispielsweise nicht studieren konnten, da Geld für die Familie verdient werden musste. Nun wird nicht nur die Leidenschaft Geschichte im Studium bearbeitet, es wird auch der Missstand beseitigt, niemals studiert zu haben.

 

Universitäten für Senioren

Viele Universitäten haben die Zeichen der Zeit erkannt und bereiten sich speziell auf die steigende Anzahl an Senioren in den Hörsälen vor. Diese Maßnahmen reichen von Ansprechpartnern im Studierendensekretariat bis hin zu kompletten Vorlesungen nur für Senioren. Die Universität Trier beispielsweise hat ein eigenes Servicebüro Seniorenstudium, welches als zentrale Anlaufstelle für interessierte Gasthörer im höheren Alter dient. Hier können Informationen rund um die Studienbedingungen und die Möglichkeiten der Studienwahl bezogen werden.

Einen anderen Weg geht die Universität zu Köln, die keine speziellen Seniorenstudiengänge gebildet hat. Vielmehr sind die Studiengänge für Gasthörer so gestaltet, dass die Orientierung an berufliche Problemstellungen entfällt. Das Studium ist wesentlich fokussierter auf den wissenschaftlichen Diskurs, da dies auch viel mehr im Interesse der Gasthörer liegt. Informationen zum Seniorenstudium an der Universität zu Köln finden sich hier auf der Webseite der Universität.

Auch in Mannheim werden interessierte Senioren an der Universität gebührend empfangen. Neben Geschichte stehen noch nahezu weitere zwei Dutzend Studiengänge offen, die im Rahmen eines Gasthörers- oder Seniorenstudium belegt werden können. Zudem gibt es ein zweisemestriges Projekt namens „Alter lernt und forscht“, an dem sich die Studierenden im Seniorenstudium beteiligen können.

 

Der Studiengang Geschichte

Grundvoraussetzung für ein Studium der Geschichte an einer Hochschule ist ein großes Interesse an der Geschichte selbst. Unterteilen lässt sich der heutige Bachelor-Studiengang in Geschichte in die vier Bereiche Alte Geschichte, Mittelalter, Frühe Neuzeit sowie Neuere und Neueste Geschichte. Während die ordentlichen Studierenden immer beachten müssen, welche Module sie für ihren Abschluss wählen müssen, können Studierende im Seniorenstudium sich zu den Veranstaltungen anmelden, die sie auch wirklich interessiert. Trotz der freien Auswahl ist es aber zu empfehlen, dass sich Senioren an einen roten Faden im Studium halten.

Viele Veranstaltungen gerade in den höheren Semestern bauen auf vorhergehende Kurse auf, auch im Geschichtsstudium müssen erst Grundlagen erlernt werden. Zu empfehlen ist vor der Aufnahme des Studiums ein Gespräch mit der Studienberatung für einen eventuellen Stundenplan in den ersten Semestern. Dieser kann dann bei Bedarf noch angepasst werden, wenn vielleicht mal ein Kurs nicht besucht werden konnte.

 

Zulassungsvoraussetzungen für Senioren

Das Seniorenstudium wird von den Universitäten als Gasthörerstudium angeboten. Wie alle Gasthörer benötigen also auch Senioren keine Hochschulreife, um sich an einer Universität einzuschreiben. An diese Freiheit sind aber auch Bedingungen geknüpft, die ein Gasthörer beachten muss. Zuerst einmal ist es im Gasthörerstatus nicht möglich einen Studienabschluss zu erreichen oder Prüfungsleistungen abzulegen. Es wird eben nur im eigenen Interesse studiert.

Wer dennoch im fortgeschrittenen Alter einen Universitätsabschluss machen will, muss sich als Ordentlicher Student einschreiben, wofür wiederum die Hochschulreife vorausgesetzt wird. Des Weiteren müssen Seniorenstudierende beachten, dass sie nur Plätze belegen können, wenn noch Plätze frei sind. In der Regel haben dabei die ordentlich Studierenden Vorrang, insbesondere bei Seminaren und Workshops. Zudem begrenzen viele Universitäten die Anzahl der zu besuchenden Kurse pro Semester beziehungsweise die Semesterwochenstunden für Gasthörer.

 

Kosten für ein Seniorenstudium

Auch das Seniorenstudium ist nicht umsonst. Trotz der eingeschränkten Studienbedingungen müssen auch Senioren für die Teilnahme an den Kursen bezahlen, in der Regel in Form von Semesterbeiträgen. Die Gebühren für das Seniorenstudium variieren von 100 bis 200 Euro pro Semester, je nach Universität und der Anzahl der belegten Semesterwochenstunden.